Magazin up date

Magazin up date 01/2018

 
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Bereit sein ist alles!

 

Agieren oder Reagieren? Reagieren ist insbesondere vonnöten, wenn es bereits brennt oder wenn Veränderungen bereits eingetroffen sind. Irgendwie wirkt dies aber oft hilflos. Da „nur Reagieren“ zudem schlecht fürs Gemüt und den gesamten Energiehaushalt ist, möchten wir weiterhin so wenig wie möglich „den Dingen hinter her rennen“ müssen.

 

Wir wollen aktiv agieren und auf sich andeutende Veränderungen bestens vorbereitet sein. Badisch/Schwäbisch gründlich eben.

 

Da wir aber keine Hellseher sind, fragen wir Sie im Vorfeld nach Ihrer Meinung, auch wenn es einmal ein Problem geben sollte. Dies tun wir telefonisch im Support, persönlich vor Ort durch unsere Außendienstmitarbeiter und immer wieder erneut durch eine Umfrage unter allen unseren Kunden, so wie wir es vor zwei Jahren ereits gemacht hatten. Sie können sich sicher sein, jeder Vorschlag und jede Kritik werden bei uns sehr ernst genommen.

 

Diese Umfrage, die durch ein externes Unternehmen durchgeführt wird, läuft seit Februar 2018, die ersten Ergebnisse werden im Juni 2018 veröffentlicht.

 

Von Ihnen erhoffen wir uns wie bereits beim letzten Mal eine rege Beteiligung, damit die Ergebnisse auch aussagekräftig werden. Denken Sie daran: Nur wer Wünsche äußert, kann sie auch erfüllt bekommen!

 

Die Umfrage ist natürlich anonym, denn der Schutz der Anonymität verschafft auch den weniger lauten Stimmen ein Gehör. Wir sind davon überzeugt, dass unsere Offenheit allen Antworten gegenüber und ein existierendes Eingeständnis einer möglichen Fehlbarkeit in der Folge dann zu realen Verbesserungen führt.

 

Wir sind gespannt, wie es dieses Mal wird, wobei die letzte Umfrage ja wirklich nicht schlecht war: Die Zufriedenheitsquote unserer Kunden lag bei sensationellen 1,64 auf der üblichen Notenskala.

 

Der badische Schwabe meint dazu dann, es sei nicht schlecht: Weil nicht geschimpft eben nun mal genug gelobt ist.

 

Und wenn Sie dieses Mal genau so zufrieden sind wie beim letzten Mal – auch gut, dann freuen wir uns! Wir bleiben dann so gut wie bisher und Sie uns hoffentlich treu!

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Manfred Reiss
Geschäftsführer
Michael Reiss
Geschäftsführer

 


Aus dem Inhalt

 


Wo immer wir können, helfen wir

 

Unterstützung für die Klinikclowns
Seit Mai 2016 besuchen Klinikclowns vom Verein Lach-Falten e.V. die Stationen im Krankenhaus Radolfzell. Klinikclowns sind keine Zirkusclowns: Ihre Aufgabe ist es, im persönlichen Kontakt mit den Patienten Platz für alle Emotionen (auch Kummer und Ärger) zu schaffen. Dass die Klinikclowns auf den geriatrischen Stationen vorbei kommen, ist bisher der Spende der pvs-mefa Reiss zu verdanken, die für die Grundfinanzierung sorgte. Dieses Jahr haben vor allem die Mitarbeiter der pvs-mefa Reiss einen großen Anteil an diesem Tun, denn sie haben in der Belegschaft 300 Euro gesammelt. Die Geschäftsleitung verdoppelte diese Summe und so konnte Ulrich Paul Trommsdorff anlässlich der Weihnachtsfeier ein Scheck über 600 Euro überreicht werden.

 

Weiterhin große Spende für Ärzte ohne Grenzen
Wie jedes Jahr beteiligten wir uns an der „Aktion Weihnachtsspende“ der NGO „Ärzte ohne Grenzen“. Die exzellente Arbeit dieser Organisation, die effektive medizinische Nothilfe in rund 70 Ländern leistet, begleiten wir seit 2005 mit Bewunderung und absolutem Respekt. 2017 sind wir bei „Ärzte ohne Grenzen“ Firmenförderer geworden, was uns sehr freut, denn für eine Spende in dieser Größe hat diese Organisation ihre Prinzipien. Aus einigen Branchen werden keine Spenden angenommen, dazu zählen Firmen aus der Waffen- und Rüstungsindustrie, Rohstoffförderung (Erdgas, Erdöl, Gold, Diamanten), Alkohol- und Tabakindustrie, Erotik- und Glücksspielindustrie sowie aus der pharmazeutischen Forschung und Arzneimittelherstellung. Ärzte ohne Grenzen hält größtmögliche Distanz zu politischen, militärischen, religiösen und wirtschaftlichen Akteuren. Daher werden z.B. auch Spenden von Parteien oder anderen einflußnehmenden Gruppen nicht akzeptiert. Nur so kann sie überall auf der Welt unabhängig, neutral und unparteiisch helfen. Wir teilen diese Meinung und verneigen uns tief vor diesen Mitarbeitern für deren nie risikolosen Einsatz

 

Unser Projektneuzugang: Erste Spende für den Bau einer Schule auf den Philippinen
Ganz neu ist unsere Beteiligung am Projekt der „School of the Nations Stiftung e.V.“. Hierbei wird der Bau und der Unterhalt einer kleinen Schule in Puerto Galera auf den Philippinen am Rande des Dschungels finanziert. Die Dorfeinwohner selbst haben nicht genug Geld, ihre Schule fertig bauen zu können, leben sie doch selbst in Armut. Gute schulische und berufliche Bildung ist aber Voraussetzung für eine langfristige Verbesserung der Lebensverhältnisse aller und damit Grundlage für eine bessere Zukunft, und so helfen wir hier gerne. Wir halten Sie auf dem Laufenden!

 


Provisorische Versorgung mit einem extrahierten Zahn

 

Die verloren gegangene bzw. extrahierte natürliche Zahnkrone wird dabei nach der Abtrennung der Zahnwurzel zum Provisorium umgearbeitet.

 

Der umgearbeitete Zahn kann an den Nachbarzähnen insbesondere mit der Säure-Ätz-Technik fixiert werden. Dies ist dann von wesentlichem Vorteil, wenn die Nachbarzähne nicht beschliffen werden sollen. Diese Art der Versorgung ist darüber hinaus von Vorteil, wenn durch unabsehbare Gegebenheiten (u. a. Zahnverlust durch Unfall, akute Zahnbeschwerden mit sofort notwendiger Zahnextraktion) der Zahn umgehend provisorisch versorgt werden muss. Besonders im Frontzahnbereich ist z. B. zur sofortigen Wiederherstellung der Phonetik und Ästhetik eine derartige Indikation gegeben. Die geklebte extrahierte Zahnkrone hat gegenüber einer Interimsprothese auch den Vorteil, dass gerade im sichtbaren Frontzahnbereich keine Halte- und Stützelemente sichtbar sind und diese somit nicht als Zahnersatz zu erkennen ist.

 

Des Weiteren kann so ggf. auf ein herausnehmbares Provisorium während der Einheil- oder Ausheilphasen ganz verzichtet werden. So lassen sich extrahierte Zähne auch als Provisorien während der Osseointegration (Implantateinheilung) verwenden. Es kann in diesen Fällen nicht nur die natürliche Ästhetik erhalten bleiben, sondern es wird auch die natürliche Ausheilung des Weichgewebes und der Papillen dadurch begünstigt. Dabei sollte noch so viel von der gekürzten Wurzel erhalten bleiben, dass der Knochen von der Alveole aus noch gestützt wird. Ggf. ist der Wurzelquerschnitt des extrahierten Provisoriumszahns abzudichten. Die Basis des Zahnes wird im Sinne eines sogenannten Ovate Pontics ausgeformt. Ein Ovate Pontic ist ein an der Basalfläche eiförmiges (konvexes) Zwischenglied. Diese Form empfiehlt sich vor allem für den ästhetisch wichtigen Frontzahnbereich. Es erfolgt die Fixierung an den Nachbarzähnen mit Komposit und ggf. zusätzlich mit einem Glasfaserband.

 

Zum 01.01.2012 trat die erste Verordnung zur Änderung der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) in Kraft.

 

Bei der Umarbeitung eines extrahierten Zahnes zum Provisorium und zum alveolären Weichteilformer handelt es sich um eine selbstständige zahnärztliche Leistung, die in der GOZ nicht aufgeführt und gemäß § 6 Abs. 1 mit einer nach Art, Kosten- und Zeitaufwand gleichwertigen Leistung GOZ analog zu berechnen ist.

 


Auslandsabkommen

 

Immer wieder tauchen Patienten mit der EHIC-Karte in der Praxis auf. Was Tun? Panik? Mitnichten!

 

Hier die aktuellen Informationen:
Mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (European Health Insurance Card – EHIC) können gesetzlich Krankenversicherte europaweit medizinische Leistungen erhalten. Die Karte gilt in allen Ländern der EU sowie einigen weiteren europäischen Staaten. Wer in Deutschland gesetzlich versichert ist, muss die Europäische Krankenversicherungskarte nicht beantragen. Sie ist automatisch auf der Rückseite der Versichertenkarte aufgedruckt.

 

Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC)
Auf der Rückseite der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) ist die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) aufgebracht. Diese ermöglicht eine unbürokratische medizinische Versorgung im europäischen Ausland.

 

Die Europäische Krankenversicherungskarte ist in 28 EU-Staaten sowie in
• drei EWR-Staaten (Island, Liechtenstein, Norwegen)
• drei Abkommensstaaten (Mazedonien, Montenegro, Serbien)
• und in der Schweiz anerkannt

 

Erkennungsmerkmale der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC)
Aufgrund wiederholt eingegangener Anfragen bei den KZVen zum Aussehen der EHIC, wurde für Sie ein Informationsblatt „Erkennungsmerkmale der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC)“ entwickelt.

 

Hinweise zur Abrechnung
Personen, die bei einem ausländischen Sozialversicherungsträger krankenversichert sind, haben in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf vertragszahnärztliche Versorgung zulasten einer von ihnen gewählten deutschen Krankenkasse.

 

Für die Auswahl der Kasse ist der derzeitige Aufenthaltsort des Patienten ausschlaggebend. Achten Sie bitte auf das Wohnortkennzeichen bzw. die korrekte Postleitzahl bei Aufnahme der Kasse in den Patientenstammdaten Ihrer Praxissoftware.

 

Bei der manuellen Aufnahme des Patienten in der Praxissoftware
sind erforderlich:
• Patientendaten
• Kassennummer
• im Feld „Kennzeichnung Besondere Personengruppe“ die Ziffer „7“
• Behandlungsfälle mit einer zusätzlichen Bemerkung im Feld
„KZV-interne-Mitteilung“ kennzeichnen z.B. Formular 80/81

 

Muster 80
Das Ausfüllen des Formular „Muster 80“ ist nur notwendig, wenn keine gut lesbaren Kopien der Vorder- und Rückseite der Europäischen Krankenversichertenkarte (EHIC) oder der provisorischen Ersatzbescheinigung (PEB) angefertigt werden konnten. Wichtig ist, dass Sie die Kopien in zweifacher Ausführung anfertigen. Auf dem Formular „Muster 80“ werden die persönlichen Daten des Patienten gut erkennbar eingetragen, es sind keine Kopien der EHIC oder PEB möglich.

 

Muster 81
Auf dem Formulars „Muster 81“ trägt der Patient ein, wie lange er beabsichtigt sich in Deutschland aufzuhalten und erklärt gleichzeitig, nicht zum Zwecke der Behandlung eingereist zu sein. Außerdem hat der Patient die gewählte gesetzliche deutsche Krankenkasse anzugeben.

 

Welche Formulare müssen unverzüglich zur Kasse gesendet werden?

 

  • Kopie von Vorder- und Rückseite der Europäischen Krankenversichertenkarte
    (EHIC)/Kopie der provisorischen Ersatzbescheinigung
    (PEB) oder/und ersatzweise den ersten Ausdruck vom „Muster 80“
  • erster Ausdruck „Muster 81“
  • Kopie Identitätsnachweis

 

Berechnung von Fotokopien, Versand- u. Portokosten
Für die Berechnung von Fotokopien, Versand- und Portokosten bei Personen, die nach über- oder zwischenstaatlichem Krankenversicherungsrecht Anspruch auf Leistungen aus der Krankenversicherung haben, kann die Zahnärztin/der Zahnarzt folgendes abrechnen:

 

  • Gemäß § 2 Abs. 1 letzter Satz der Vereinbarung kann der Zahnarzt für Fotokopien des Anspruchs- bzw. Identitätsnachweises maximal bis zur Höhe von 0,17 EUR berechnen. Die Berechnung erfolgt über die KCH – Abrechnungsposition 602 = Porto-/Versandkosten.
  • Gemäß § 2 Abs. 3 kann der Zahnarzt für die Übermittlung der Original Muster 80 (Dokumentation) und 81 (Erklärung) an die aushelfende deutsche Krankenkasse die tatsächlichen Versand und Portokosten berechnen. Diese werden ebenfalls über die KCH-Abrechnungsposition 602 = Porto-/Versandkosten abgerechnet.

 

Diese Vereinbarung wurde zwischen der KZBV und dem Spitzenverband der Krankenkassen zusätzlich zum Merkblatt über die vertragszahnärztliche Versorgung von Personen, die im EU–Ausland versichert sind, geschlossen. Ausführliche Hinweise zur vertragszahnärztlichen Versorgung von Patienten die im Ausland krankenversichert sind und die Formulare 80/81, sind bei Ihren KZV´en als Download hinterlegt. z.B.: http://www.kzvbw.de/site/praxis/vordrucke

 

Quelle: KZV Berlin

 


Neu und nur bei uns:
DENTAL Coaching

 

Persönlich, konkret und effizient
Wir holen Sie da ab, wo Sie stehen und optimieren mit Ihnen gemeinsam Ihr Abrechnungswissen. Wir erstellen Leistungskomplexe mit obligaten und fakultativen Leistungen, bieten Optimierungsvorschläge, üben mit Ihnen schwierige und knifflige Aufgaben. Besprechen ausführlich die Änderungsmöglichkeiten für Ihre Praxis. Oder geben Ihnen einfach mehr Sicherheit.

 

Nutzen Sie die Gelegenheit, sich und Ihr Team optimal weiterzubilden.
Zu Ihrem gewünschten Zeitpunkt, mit konkreten Fragen, echten Fällen, unter Verwendung Ihrer Software und mit Ihnen selbst als User. „Learning by doing“ wirklich mal ganz konkret! Es ist quasi so, als würden wir Ihnen über die Schulter schauen.

 

Sie vereinbaren mit unseren Expertinnen Termin, Uhrzeit, Datum und Thema des Coachings. Was Sie brauchen, ist etwas Zeit und Ruhe, einen Rechner mit Internetverbindung und Ihre Software, ein Transferprogramm wie z.B. den Team-Viewer, ein Telefon und zusätzlich etwas Motivation. Dieses auf Sie zugeschnittene, individuelle Coaching ist effizient und wird Ihnen sicher weiterhelfen. Es steht nur den Kunden der pvs-mefa Reiss zur Verfügung. Die Vergütung erfolgt ganz unkompliziert über Rechnungsstellung auf Stundenbasis und kann mit dem Arztjournal verrechnet werden.

 

Probieren Sie es aus! Wir freuen uns auf Sie.

 


Von 2017 bis 2020 ist die BG-Ecke eine Großbaustelle:
Aktuelle Veränderungen im Bereich der Abrechnung mit den Berufsgenossenschaften

 

Beschlüsse der Ständigen Gebührenkommission
Am 22.08.2017 hat die Ständige Gebührenkommission nach § 52 des Vertrages Ärzte Unfallversicherungsträger umfangreiche Beschlüsse bekannt gegeben. Was dies für Ihre Abrechnung bedeutet, erfahren Sie hier.

 

Gebührenerhöhungen
Zum 01.10.2017 wurden, bis auf wenige Ausnahmen, sämtliche Gebühren um 8% erhöht. Die Gebührenerhöhung betrifft sowohl die Sätze der Allgemeinen Heilbehandlung, als auch die der Besonderen Heilbehandlung und gilt für Leistungen, die ab dem 01.10.2017 erbracht wurden. Weitere jährliche Gebührenerhöhungen um jeweils 3% werden bis 2020 jeweils zum 1. Oktober folgen.

 

Keine Gebührenerhöhungen
Von den Gebührenerhöhungen ausgenommen wurden:

 

  • Gutachtengebühren (Nrn. 146-152, 160, 161, 165), Schreibgebühren Nr. 190
  • Gebühren-Nummern bei Hautkrebsbehandlung (Nrn. 570, 571, 575-577, 740a, 753, 754, 757)
  • Sämtliche Zuschläge für das ambulante Operieren (Nrn. 440 ff.)
  • Anästhesiologische Leistungen nach den Nrn. 462 – 476
  • Ambulante Operationsleistungen nach den Nrn. 2005, 2010, 2031, 2060, 2073, 2105, 2339, 2347, 2348, 2353, 2381, 2382, 2403, 2404, 2405, 2801
  • Psychometrische Testverfahren (Nrn. 855 – 857)
  • Sämtliche Laborleistungen (Abschnitt M des Gebührenverzeichnisses)
  • Gebühren der Besonderen Heilbehandlung für CT und MRT (Nrn. 5369 – 5380, 5700 – 5735). Davon ausgenommen sind die Nrn. 5370a, 5377, 5732 und 5733. Bei diesen vier Gebührennummern werden nur die Gebühren für die Allgemeine Heilbehandlung angepasst, bis sie denen der Besonderen Heilbehandlung entsprechen, so dass am Ende kein Unterschied mehr zwischen Allgemeiner und Besonderer Heilbehandlung bestehen wird.

 

Neu im Gebührenverzeichnis:
Chemo-/Nachsorgeplan

Mit der Aufnahme der Nr. 19a in das Gebührenverzeichnis, ist nun endlich auch der „Behandlungsplan für die Chemotherapie und/oder schriftlicher Nachsorgeplan für einen tumorkranken Patienten, individuell für den einzelnen Patienten aufgestellt“ abrechnungsfähig. Die Gebühr für die Allgemeine Heilbehandlung beträgt 13,41 €, die Gebühr für die Besondere Heilbehandlung 16,70 €.

 

Neuregelungen bei Anästhesieleistungen
Zum 01.10.2017 sind die Anästhesieleistungen nach den Nrn. 450, 453, 460, 461, 462, 463, 470, 471, 472, 473, 474 und 475 im Leistungsverzeichnis in ihrer bisherigen Fassung komplett entfallen, wobei die Nrn. 450, 453, 460 und 461 gar nicht mehr aufgeführt sind.

 

Nachfolgend die Anästhesieleistungen mit den neuen, umfangreichen Leistungstexten und -inhalten. Besonderes Augenmerk ist auf den Einschluss der konkret darin benannten Überwachungsleistungen zu richten. Diese sind demnach nicht mehr zusätzlich, auch nicht mit Begründung, abrechnungsfähig:

 

Nr. 462 (Allg. u. Besondere Heilbehandlung 113,98 €)
Allgemeinanästhesie mit Larynxmaske oder endotrachealer Intubation oder Maske oder Jet einschließlich

  • Medikamentöser Prämedikation
  • Erster peripherer Venenverweilkanüle
  • Kontinuierlicher nichtinvasiver Blutdruck- und Frequenzmessung
  • Elektrokardioskopie
  • Kontinuierlicher Pulsoxymetrie
  • Kontinuierlicher CO2-Messung und/oder Multigasmessung
  • Überwachung der Atemfrequenz und des Atemvolumens
  • Ggf. Kehlkopfanästhesie
  • Ggf. Magensonde
  • Bis zu einer Anästhesiedauer von 60 Minuten

 

Neben einer Leistung nach Nr. 462 sind die Leistungen nach den Nrn. 470, 602, 614, 617, 650 und 670 im Zusammenhang mit der selben Operation nicht gesondert berechnungsfähig, auch nicht prä- und postoperativ.
Die Leistungen nach den Nrn. 602 oder 614, 617 und 650 sind obligate Leistungsbestandteile der Leistung nach Nr. 462. Diese sind nach anästhesiologischem Standard zu dokumentieren.

 

Neu im Gebührenverzeichnis: Nr. 463
(Allg. u. Besondere Heilbehandlung 38,53 €)

Zuschlag zu den Leistungen nach Nr. 462 für jede weitere angefangene halbe Stunde Anästhesiedauer

 

Neu im Gebührenverzeichnis: Nr. 464
(Allg. u. Besondere Heilbehandlung 22,14 €)

Zuschlag zu den Leistungen nach Nr. 462 für die Kombination mit einer Regionalanästhesie nach Nr. 470 zur postoperativen Schmerzausschaltung

 

Nr. 470 (Allg. u. Besondere Heilbehandlung 70,38 €)
Regionalanästhesie nach anästhesiologischem Standard (rückenmarknahe Leitungsanästhesie oder Blockade eines Nervengeflechtes auch mittels Katheter (z. B. Plexus brachialis), und/oder des N. ischiadicus und/oder N. femoralis) und/oder Drei-in-eins-, und/oder Knie- und/oder Fußblock) auch mittels Katheter, einschließlich

  • Medikamentöser Prämedikation
  • Erster peripherer Venenverweilkanüle
  • Ggf. Lokalanästhesie
  • Kontinuierlicher nichtinvasiver Blutdruck- und Frequenzmessung
  • Kontinuierlicher Pulsoxymetrie
  • Elektrokardioskopie, bis zu einer Anästhesiedauer von 60 Minuten

 

Die Leistung ist nur einmal berechenbar.
Neben einer Leistung nach Nr. 470 sind die Leistungen nach den Nrn. 602 oder 614 sowie 650 im Zusammenhang mit der selben Operation nicht gesondert berechnungsfähig, auch nicht prä- und postoperativ, sondern obligater Leistungsbestandteil und nach anästhesiologischem Standard zu dokumentieren.
Verfahren zur Identifikation von Nerven mittels Nervenstimulator sind nicht gesondert berechenbar. Verfahren zur Identifikation von Nerven mittels Ultraschall können nach Nr. 410 berechnet werden. Abrechnungsvoraussetzung ist die nachvollziehbare Dokumentation und Befundung. Diese ist dem UV-Träger auf Anforderung nachzuweisen. Neben dieser Leistung ist Nr. 496 nicht berechenbar

 

Nr. 471 (Allg. u. Besondere Heilbehandlung 22,14 €)
Zuschlag zu den Leistungen nach Nr. 470 für jede weitere angefangene halbe Stunde ggf. einschließlich Nachinjektionen des Lokalanästhestikums bis Ende der Anästhesiezeit.

 

Nr. 472 (Allg. u. Besondere Heilbehandlung 22,14 €)
Zuschlag zu den Leistungen nach Nr. 470 für die Kombination von zwei oder mehr der benannten Verfahren. Die Berechnung dieses Zuschlages ist begrenzt auf anästhesiologische Leistungen bei Eingriffen an der unteren Extremität.

 

Nr. 473 (Allg. u. Besondere Heilbehandlung 39,98 €)
Standby und/oder Analgosedierung als alleinige anästhesiologische Maßnahme, einschließlich

  • Überwachung der Vitalfunktionen
  • Elektrokardioskopie
  • Kontinuierlicher Pulsoxymetrie
  • nichtinvasiver Blutdruckmessung

bis zu einer Dauer von 30 Minuten.
Neben der Leistung nach Nr. 473 sind die Leistungen nach Nrn. 602, 614 und 650 nicht gesondert berechnungsfähig, auch nicht prä- und postoperativ.

 

Nr. 474 (Allg. u. Besondere Heilbehandlung 19,49 €)
Zuschlag zu den Leistungen nach Nr. 473 für jede weitere angefangene Viertelstunde.

 

Nr. 475 (Allg. u. Besondere Heilbehandlung 49,84 €)
Überwachung einer kontinuierlichen Regionalanästhesie nach Nr. 470 mit Katheter, zusätzlich zur Leistung nach Nummer 470 für den zweiten und jeden weiteren Tag, je Tag. Nur berechenbar im Zusammenhang mit Operationen an der Schulter bei begründeter Indikation. Berechenbar für max. 3 Tage.

 

Nr. 476 (Allg. u. Besondere Heilbehandlung 70,38 €)
Intravenöse Regionalanästhesie und intravenöse Sympathikusblockade einschließlich

  • Medikamentöser Prämedikation
  • Erster peripherer Venenverweilkanüle
  • Anlage einer Doppelstaumanschette
  • Nicht invasiver kontinuierlicher Blutdruck und Frequenzmessung
  • Elektrokardioskopie
  • Kontinuierlicher Pulsoxymetrie

 

Die Leistung ist nur einmal berechenbar, unabhängig von der Dauer der Leistungserbringung. Neben einer Leistung nach Nr. 476 sind die Leistungen nach den Nrn. 602 oder 614 sowie 650 im Zusammenhang mit der selben Operation nicht gesondert berechnungsfähig, auch nicht prä- und postoperativ, sondern obligater Leistungsbestandteil.

 

Diese Leistungen sind nach anästhesiologischem Standard zu dokumentieren und dem UV-Träger im begründeten Einzelfall auf Anforderung nachzuweisen. Diese Leistung ist nicht berechenbar für den Arzt, der gleichzeitig Leistungen aus dem Abschnitt L der UV-GOÄ berechnet.

 

Nr. 477 (Allgemeine Heilbehandlung: 28,33 €, Besondere Heilbehandlung 35,25 €)
Einleitung und Überwachung einer supraklavikulären oder axillären Armplexus- oder Paravertebralanästhesie, bis zu einer Stunde Dauer soweit der Operateur die Anästhesie selbst durchführt.

 

Neu: Nr. 477a (Allgemeine Heilbehandlung: 14,16 €, Besondere Heilbehandlung 17,63 €)
Überwachung einer supraklavikulären oder axillären Armplexus- oder Paravertebralanästhesie, jede weitere angefangene Stunde.

 

Neuregelungen bei Zuschlägen zu ambulanten Anästhesieleistungen
Entsprechend den neugestalteten Gebührennummern für die Anästhesieleistungen, wurden auch die Zuschläge für ambulante Anästhesieleistungen überarbeitet.

 

Nr. 446 (Allg. u. Besondere Heilbehandlung 20,71 €)
Zuschlag bei ambulanter Durchführung von Anästhesieleistungen nach den Nummern 469, 473, 476, 477, 478, 497, 498 im Zusammenhang mit ambulanten Operationen. Der Zuschlag nach Nr. 446 ist je Behandlungstag nur einmal berechnungsfähig. Der Zuschlag nach Nr. 446 ist neben dem Zuschlag nach Nr. 447 nicht berechnungsfähig.

 

Nr. 447 (Allg. u. Besondere Heilbehandlung 44,87 €)
Zuschlag bei ambulanter Durchführung von Anästhesieleistungen nach den Nummern 462, 470, 481 im Zusammenhang mit ambulanten Operationen. Der Zuschlag nach Nr. 447 ist je Behandlungstag nur einmal berechnungsfähig. Der Zuschlag nach Nr. 447 ist neben dem Zuschlag nach Nr. 446 nicht berechnungsfähig.

 

Neue Allgemeine Bestimmungen vor Abschnitt D in der UV-GOÄ
Im Zuge der Überarbeitung der Anästhesieleistungen wurden auch die Allgemeinen Bestimmungen vor dem Abschnitt D (Anästhesieleistungen) in der UV-GOÄ erweitert und, insbesondere in Bezug auf die Ermittlung der Anästhesiedauer bei Allgemeinanästhesien, präzisiert.

 

Die Allgemeinen Bestimmungen lauten aktuell:
„Bei der Anwendung mehrerer Anästhesieverfahren nebeneinander ist nur die jeweils höchstbewertete dieser Leistungen berechnungsfähig; eine erforderliche medikamentöse Prämedikation ist Bestandteil dieser Leistung. Als Dauer der Allgemeinanästhesie (Nr. 462) gilt bei ambulanten Operationen die Dauer von 25 Minuten vor Operationsbeginn bis 25 Minuten nach Operationsende. Als Operationsbeginn und –ende gilt die Schnitt-/Naht-Zeit. Für die anästhesiologische Durchführung der Allgemein- und Regionalanästhesieverfahren sind die „Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e. V. zu den Mindestanforderungen an den anästhesiologischen Arbeitsplatz“ in der jeweils aktuellen Fassung verbindlich zu beachten.“

 


Externe Zahnmedizinische Verwaltungsassistentin: Fluch oder Segen?

 

Im Alltag der zahnmedizinischen Praxis stellen die wirtschaftliche Aufklärung der Patienten, die entsprechende Dokumentation und die Abrechnung der mühsam erbrachten Behandlungsleistungen einen nicht unerheblichen Arbeitsaufwand dar.

 

Die zuvor genannten Leistungen sind zwingend zu erbringen, damit die Patienten beziehungsweise die dahinterstehenden Kostenträger keine unter Umständen honorarvernichtenden Einreden erheben (bspw. § 630c BGB, § 87 Abs. 1a SGB V, § 4 Abs. 4 BMV-Z, § 7 Abs. 7 EKV-Z); diese Leistungen gehören jedoch nicht zu den originären zahnärztlichen Aufgaben, sondern sind an entsprechend ausgebildete oder geschulte Mitarbeiter delegierbar, ohne dass abrechnungsrelevante Nachteile entstehen.

 

Neben der Möglichkeit, dass ein entsprechend ausgebildeter und geschulter Angestellter diese wichtigen Aufgaben übernimmt, bieten vermehrt auch externe, also selbstständig tätige zahnmedizinische Verwaltungsassistenten (ZMV) diese Dienstleistung gegenüber Zahnärzten an. Im Folgenden möchte ich Ihnen die wirtschaftlichen Vorteile, aber auch die rechtlichen Stolperfallen der Beauftragung einer solchen externen zahnmedizinischen Verwaltungsassistentin vorstellen:

 

Wirtschaftliche und rechtliche Vorteile
Die Vorteile bestehen zunächst darin, dass die Aufgaben der Erstellung von Heil- und Kostenplänen, die wirtschaftliche Aufklärung und der Abrechnung der erbrachten Behandlungsleistungen outgesourct werden. Dies bedeutet, dass Ihnen als Praxisinhaber keine Arbeitgeberpflichten wie Entgeltfortzahlung im Urlaubs- und Krankheitsfall, Abführung von Sozialversicherungsbeiträgen, Berücksichtigung von Kündigungseinschränkungen und Kündigungsfristen obliegen.

 

So wird es unter Umständen möglich, dass Ihre Praxis im Hinblick auf den Kündigungsschutz noch in den Genuss der Kleinbetriebs-Regelungen (§ 23 Abs. 1 KSchG) kommt. Auch wird Ihre finanzielle Belastung durch das Entfallen der Pflicht zur Abführung der Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung teilweise geringer ausfallen, als bei der Beschäftigung einer angestellten zahnmedizinischen Verwaltungsassistentin – einige Anbieter stellen im Internet Vergleichsrechnungen auf, die zu einem (vermeintlichen) Kostenvorteil der externen ZMV gegenüber einem fest angestellten Mitarbeiter von über 7.000,00 € kommen. Grundlage dieser Berechnung ist vor allem, dass Sie den externen Dienstleister nur dann bezahlen, wenn Sie ihn benötigen und so neben Urlaubs-, Krankheits- und Fortbildungszeiten auch einen möglicherweise auftretenden Leerlauf nicht vergüten müssen.

 

Neben den möglichen arbeitsrechtlichen und wirtschaftlichen Vorteilen ist jedoch nicht zu vernachlässigen, dass es aufgrund des spürbar werdenden Fachkräftemangels selbst in großstädtischen Ballungsgebieten schwierig wird, fest angestellte ZMV zu rekrutieren. Auch für dieses Problem könnte das Hinzukaufen der externen Fachkompetenz eine sinnvolle Möglichkeit sein, um den reibungslosen Praxisablauf zu gewährleisten.

 

Schweigepflicht
Ebenso wie bei der Einbeziehung anderer externer Dienstleister wie beispielsweise einer Verrechnungsstelle ist es erforderlich, dass der Patient in die Übermittlung der Behandlungsdaten an einen externen Dienstleister einwilligt; geschieht dies nicht, verletzen Sie Ihre zahnärztliche Schweigepflicht und machen sich sowohl berufs-, als auch strafrechtlich angreifbar (siehe Update 3/2017 zur PVS-MEFA Reiss-Einwilligungserklärung). Darüber hinaus sieht auch § 10 Abs. 6 GOZ zwingend vor, dass der Patient vor der Übermittlung von Behandlungsdaten an einen externen Dienstleister in dieses Vorgehen schriftlich einwilligen muss.

 


Rechtliche Stolperfallen der externen ZMV

 

Haftung gegenüber Patienten und Kostenträgern
Der mit einer externen ZMV und dem Zahnarzt geschlossene Vertrag ist als Dienstleistungsvertrag zu qualifizieren. Dies hat zur Folge, dass die selbstständige ZMV in rechtlicher Hinsicht keinen Erfolg und keine Ordnungsgemäßheit, sondern lediglich das Bemühen hinsichtlich der ordnungsgemäßen Erstellung von Heil- und Kostenplänen sowie von Abrechnungen schuldet. Erst bei eklatanten Fehlern des externen Dienstleisters besteht die Möglichkeit Schadensersatzansprüche gegen diesen geltend zu machen.

 

Dies kann insbesondere deshalb problematisch werden, da ausschließlich Sie als Praxisinhaber gegenüber den Patienten und den Kostenträgern für die ordnungsgemäße Kostenaufklärung und Abrechnung haften. Die Fehler eines externen Dienstleisters fallen somit zunächst immer Ihnen selbst „auf die Füße“, bevor Sie im Anschluss an die Auseinandersetzung mit dem verärgerten Patienten oder dem Kostenträger rechtlich prüfen lassen können, ob Ihnen ein Regressanspruch gegenüber der externen ZMV zusteht.

 

Scheinselbstständigkeit
Das größte rechtliche und wirtschaftliche Risiko besteht jedoch in der Scheinselbstständigkeit einer externen ZMV, die dazu führt, dass eine Einbeziehung eines solchen Dienstleisters sowohl in der vertraglichen Gestaltung, als auch in der tatsächlichen Umsetzung rechtlich genau zu prüfen ist.

 

Ebenso wie bei externen Honorarärzten im Krankenhaus und Notärzten in Rettungsstellen bewerten die Sozialversicherungsträger bei entsprechenden Prüfungen die Tätigkeit einer externen ZMV immer wieder als abhängige Tätigkeit und qualifizieren die externe ZMV als abhängig Beschäftigte (Arbeitnehmer). Nicht selten bestätigt die Rechtsprechung der Sozialgerichte die Sozialversicherungsträger in dieser Einschätzung. Dies führte – anders als bei externen Honorarärzten und Notärzten – bis jetzt zu keiner großen öffentlichen Diskussion oder einer kritischen Prüfung entsprechender Modelle. Leider ändert dies jedoch nichts daran, dass rechtliche und wirtschaftliche Risiken bestehen und vor allem Sie als Praxisinhaber davon betroffen sind: Ausschließlich Sie sind rechtlich verpflichtet, rückwirkend für bis zu vier Jahre die Gesamtsozialversicherungsbeiträge (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteile) abzuführen (§§ 25 Abs. 1, 28e Abs. 1 SGB IV) – ob Ihr externer Dienstleister wirtschaftlich dazu in der Lage ist, Ihnen seine Arbeitnehmeranteile im Anschluss daran zu erstatten, steht in den Sternen. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass der vermeintlich freie Mitarbeiter plötzlich als angestellter Arbeitnehmer zu werten ist und somit sämtliche Arbeitnehmerrechte Ihnen gegenüber geltend machen kann.

 

In diesem Zusammenhang möchte ich Sie auf eine positive Entscheidung des Landessozialgerichts Baden-Württemberg vom 08.07.2016 (Az. L 4 R 4979/15) aufmerksam machen, in der die durch das Bundessozialgericht aufgestellten rechtlichen Voraussetzungen für eine selbstständige Tätigkeit umfassend geprüft und bewertet werden. Anders als beispielsweise in dem durch das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg am 29.01.2016 entschiedenen Sachverhalt (Az. L 1 KR 118/14) kam das Gericht in Stuttgart zu dem Ergebnis, dass die externe ZMV tatsächlich selbstständig und somit nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt war:

 

Die externe ZMV hatte ein Gewerbe unter der Firma „Zahnmedizinische Praxisverwaltung I. D.“ angemeldet und an ihrem Wohnsitz ein Büro eingerichtet. Zu ihrem Kundenkreis zählten sechs unterschiedliche Zahnarztpraxen, mit denen jeweils nur mündliche Verträge mit jederzeitiger Kündigungsmöglichkeit geschlossen wurden. Um ihre Tätigkeit ausüben zu können, griff die externe ZMV auf ein Auto, einen Laptop, ein Mobiltelefon, ein Telefaxgerät und eigenes Briefpapier zurück. Fort- und Weiterbildungen finanzierte sie ebenso wie entsprechende Fachliteratur selbst.

 

Ihre Tätigkeit umfasste unter anderem die Durchführung und Optimierung der Abrechnung, das Praxismanagement sowie die Schulung von Praxisinhabern und Personal. Die externe ZMV war nicht verpflichtet, die Dienstleistung persönlich zu erbringen, sondern konnte diese an eigene Angestellte delegieren; von dieser Möglichkeit machte sie jedoch keinen Gebrauch.

 

Im Rahmen ihrer Tätigkeit war sie hinsichtlich der Zeiteinteilung sowohl innerhalb, als auch außerhalb der Praxissprechzeiten frei. Pausen-, Urlaubsund Krankheitszeiten wurden nicht vergütet; die Abrechnung erfolgte in einem monatlichen Rhythmus nach geleisteten Zeitstunden zu einem Stundenhonorar von zunächst 40,00 € und später 50,00 € netto. Die externe ZMV nahm nicht an Dienstbesprechungen teil und trug keine Dienstkleidung. Lediglich Detailfragen zu gewissen Abrechnungsfällen wurden mit den Zahnärzten gesondert besprochen; in der Regel erfolgte die Erstellung von Heil- und Kostenplänen sowie von Abrechnungen ohne Rücksprache.

 

Zur Ausübung der Tätigkeit begab sich die externe ZMV meist in die jeweilige Praxis und arbeitete dort mit ihrer eigenen Büroausstattung an einem bereitstehenden Schreibtisch. Dabei wählte sie sich mit eigenen Softwarelizenzen in die Abrechnungssoftware der jeweiligen Praxis ein. Es bestand jedoch ebenso die Möglichkeit, sich von dem Büro der externen ZMV aus in die Software und den Datenbestand der einzelnen Praxen einzuwählen und die Dienstleistung außerhalb der Praxis zu erbringen.

 

Das Gericht hat unter Würdigung sämtlicher vertraglich geregelter und tatsächlich praktizierter Merkmale der Tätigkeit die Selbstständigkeit der externen ZMV geprüft und festgestellt. Allein auf Grundlage sämtlicher tatsächlich vorliegender und praktizierter Tätigkeitsdetails konnte von dem Landessozialgericht auf eine sozialversicherungsfreie Dienstleistung geschlossen werden. Die Tatsache, dass das Verwaltungsverfahren zu Lasten der externen ZMV ausging und der Sozialversicherungsträger nach der die Selbstständigkeit bestätigenden erstinstanzlichen Entscheidung in Berufung ging und das Landessozialgericht über die Angelegenheit entscheiden musste, zeigt deutlich, dass die sozialversicherungsrechtliche Bewertung der Tätigkeit einer externen ZMV schwierig ist und auf unsicherem rechtlichen Terrain verläuft.

 

Um berufs-, straf-, arbeits- und sozialrechtliche Risiken zu minimieren, empfiehlt es sich daher, in jedem Einzelfall genau zu prüfen, ob es tatsächlich rechtlich und wirtschaftlich sinnvoll ist, gewisse Tätigkeiten an einen externen Dienstleister zu übertragen; wird dies bejaht, sind die gesetzlichen und von der Rechtsprechung gestellten Anforderungen an eine selbstständige Tätigkeit nicht nur im Rahmen der vertraglichen Regelung, sondern auch in der tatsächlichen Ausgestaltung der Dienstleitung zu berücksichtigen.

 

Arndt Wienand LL.M., Rechtsanwalt, Fachanwalt für Medizinrecht
Rechtsanwaltskanzlei Buchmüller-Reiss, Köln

 


Mangelfreie Prothetik und trotzdem kein Honorar?!

 

Mit einer fragwürdigen Argumentation hat das Oberlandesgericht München einem Zahnarzt das Honorar für ein Langzeitprovisorium verwehrt, obwohl dieses anfänglich mangelfrei angefertigt worden war. Demnach liege eine Unbrauchbarkeit der Prothetik auch dann vor, wenn sie nur einen kurzen Zeitraum (hier 2 Monate) genutzt werden kann (OLG München, Urt. v. 15.02.2017, AZ: 3 U 2991/16). In diesem Falle stehe dem Zahnarzt kein Honoraranspruch zu.

 

Der Fall (gekürzt):
Im Rahmen einer zahnärztlichen Behandlung wurde eine Patientin u.a. in Regio 45-47 mit einem Langzeitprovisorium versorgt. Bereits zwei Monate nach Einsetzen dieses Zahnersatzes kam es jedoch aufgrund eines mitursächlichen Behandlungsfehlers des Zahnarztes zum Verlust des Zahnes 44, sodass die langzeitprovisorische Prothetik danach nicht mehr nutzbar war. Es war eine neue Versorgung in Regio 43 bis 47 erforderlich. Die Patientin brach die Behandlung ab, verweigerte die Zahlung des Honorars und verlangte von dem Zahnarzt Schadensersatz. Das Landgericht München entschied noch in erster Instanz, dass das Honorar für das Langzeitprovisorium Regio 45-47 nicht zu kürzen ist (LG München, Urt. v. 05.04.2016, AZ: 10 O 16568/13). Denn die Prothetik war bei Eingliederung mangelfrei und die Patientin nutzte das Langzeitprovisorium über zwei Monate. Das Honorar wäre dem LG zufolge nur dann entfallen, wenn die Prothetik von Beginn an unbrauchbar gewesen wäre. Schon die tatsächliche Nutzung über mehrere Wochen spreche aber gegen eine Unbrauchbarkeit.

 

Dem ist das Oberlandesgericht nun entgegen getreten.
Das OLG München hat in der Berufungsinstanz entschieden, dass das Honorar für das Langzeitprovisorium wegen Unbrauchbarkeit entfallen ist. Hierzu führt es in seinem Urteil aus:

 

„(…) Die Berufung hat insoweit Erfolg (…) als von einer – bis zum Verlust des Zahnes 44 – gegebenen Brauchbarkeit nicht ausgegangen werden kann. Nach den Angaben des Sachverständigen (…) war das Langzeitprovisorium von 45 auf 47 nach dem Verlust des Zahnes 44 wertlos, da zum Ersatz des Zahnes 44 ein Langzeitprovisorium von 43 über 45 auf 47 herzustellen sei. Dass der Sachverständige in der mündlichen Verhandlung (…) auch angegeben hatte, vor dem Verlust des Zahnes 44 hätte das Langzeitprovisorium von 45 bis 47 seinen Zweck erfüllen können, insoweit sei es brauchbar gewesen (…), steht der Annahme einer insoweit nutzlosen Behandlung nicht entgegen. Denn ein Langzeitprovisorium, das für mehrere Monate oder einen noch längeren Zeitraum gedacht ist, kann nicht als brauchbar angesehen werden, wenn es – der Zahn 44 musste bereits (…) zwei Monate nach der letzten Behandlung (…), extrahiert werden – nur für einen kurzen Zeitraum seinen Zweck erfüllen kann.“

 

Üblicherweise liegt es im Risikobereich des Patienten, ob und wie lange ein Zahnersatz genutzt werden kann. Nimmt man das Oberlandesgericht nun beim Wort, so hätte ein Zahnarzt immer – auch unabhängig von einem verschuldeten Behandlungsfehler – das Risiko der Nichtnutzbarkeit der Versorgung zu tragen. Denn das Gericht knüpft für die Frage der Unbrauchbarkeit hier ausschließlich an die tatsächliche Nutzungsdauer an, unabhängig von einem Verschulden des Zahnarztes.

 

Dabei stützt sich das OLG München zunächst ebenso wie die Vorinstanz richtigerweise auf die bisherige Rechtsprechung, dass im Falle der Unbrauchbarkeit von Zahnersatz der Honoraranspruch des Zahnarztes entfällt (analog § 628 BGB).

 

In diesem Sinne hatte auch schon das Landgericht in der ersten Instanz argumentiert, jedoch mit anderem Ergebnis. Das OLG München hat diese Rechtsprechung nun auf die Fälle ausgeweitet, in denen ein zunächst mangelfreier Zahnersatz erst im Verlauf der weiteren Behandlung unbrauchbar wird. Freilich war die später eingetretene Unbrauchbarkeit auf einen Behandlungsfehler des Zahnarztes zurückzuführen, doch hieran knüpft das Oberlandesgericht seine Argumentation gerade nicht an. Es stellt ausschließlich auf die für ein Langzeitprovisorium zu kurze Nutzungsdauer ab.

 

In dem von dem OLG entschiedenen Fall mag das Ergebnis auf den ersten Blick annehmbar erscheinen. Immerhin hatte der Zahnarzt die nachträgliche Unbrauchbarkeit selbst verschuldet. Aufgrund des Behandlungsfehlers steht der Patientin sicherlich ein Anspruch auf Schadensersatz und Schmerzensgeld zu. Dies hat auch die Vorinstanz im Grundsatz so entschieden. Die Höhe des Schadensersatzes bemisst sich stets nach den tatsächlich erlittenen Vermögenseinbußen. Die für eine neue Prothetik noch zu entstehenden Kosten waren aber nicht zu berücksichtigen, da die Patientin diese nicht hatte anfertigen lassen. Die zweite Instanz hat mit der Entscheidung nicht nur veranlasst, dass die Patientin die Prothetik über zwei Monate hinweg ohne Kosten nutzen konnte, sondern auch für die Zukunft die Gefahr begründet, dass Zahnärzte bei einer verminderten Tragedauer ihr Honorar riskieren. Letztlich würde diese Auffassung zu einer Art Garantiehaftung des Zahnarztes führen, auch in Fällen in denen die spätere Unbrauchbarkeit unverschuldet – z.B. aufgrund eines schicksalhaften Verlaufeintritt. Kann ein Patient die Prothetik nicht über den geplanten Zeitraum hinweg nutzen, riskiert der Zahnarzt sein Honorar.

 

Ob sich die Auffassung des Oberlandesgerichts München auch in Fällen der unverschuldeten Nichtnutzbarkeit in der Rechtsprechung durchsetzen kann, bleibt abzuwarten. Die Argumentation der Vorinstanz hingegen überzeugt eher und wird in der Sache auch der Risikoverteilung des Behandlungsvertrages gerecht.

 

Fazit:
Das Urteil des OLG München ist derzeit eine Einzelfallentscheidung und ergänzt den Schadensersatzanspruch eines Patienten bei vorliegendem Behandlungsfehler. Kaum möglich erscheint die Anwendung der Argumentation auf Fälle, in denen den Behandler kein Verschulden trifft und lediglich ein schicksalhafter Behandlungsverlauf vorliegt.

 

Kim-Victoria Friese, Rechtsanwältin
Rechtsanwaltskanzlei Buchmüller-Reiss, Köln

 


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Autoren, sofern nicht ausführlich benannt: sbay Saskia Bayer, db Daniel Bolte, df Dieter Faller, kf Kim-Victoria Friese, dh Doreen Hempel, sm Sabine Müller, ap Alexandra Pedersen, svon Sabine von Goedecke, aw Arndt Wienand, gw Gerda-Marie Wittschier.

 

Konzept und Gestaltung: www.creapart.de

 

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