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Newsletter Medizin 03/2016

Alle Wetter?

Wir hier unten im Süden Deutschlands jammern: Wir haben unter dem ständigen Regen sehr gelitten und hatten dabei das Gefühl, stets die Gummistiefel parat haben zu müssen. Aber stimmt das wirklich? In anderen Regionen Deutschlands gab es extrem große Unterschiede in den Niederschlagsmengen und so können unsere Kunden im Nordosten Deutschlands uns nun so gar nicht verstehen, denn sie mussten ihren Garten dieses Jahr wohl gefühlt ständig giessen. Aber auch im mittleren Deutschland gibt es Orte, die bis dato alles andere als ein nasses Wetterjahr erlebten. Dazu kommt, dass Regen und Gewitter stark regionalen Charakter hatten, so dass innerhalb weniger Kilometer alles anders sein konnte.

 

Tröstend kann dann nur eine Bauernregel wirken. Z.B.: Es ist selten ein Sommer ohne Hagel und ein Kopf ohne Nagel. Oder: Um Maria Himmelfahrt (15.8.), das wisse, gibt es schon die ersten Nüsse. Oder: Hat Matthäus (21.9.) schön’ Wetter im Haus, so hält es noch vier Wochen aus! Man scheint sich beim Wetter und deren Regeln auf nichts mehr so richtig verlassen zu können. Nur bei uns ist alles zuverlässig so wie immer: Völlig unabhängig von Wetterkapriolen sind wir voller Arbeitseifer und versehen kontinuierlich unsere guten Dienste.

 

Das Gute an diesem derzeit so unterschiedlichen Wetter ist aber, dass sich die Verhältnisse schnell wieder drehen können und schon lacht die Sonne wieder! Wir wünschen allen deshalb einen wunderschönen Herbst – vielleicht wird es sogar ein goldener Oktober?

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Manfred Reiss
Geschäftsführer
Michael Reiss
Geschäftsführer

 


So gehts: Faktorerhöhung bei kleinen Untersuchungen

 

Jede in der GOÄ aufgeführte Abrechnungsziffer, bis auf bestimmte Zuschläge, kann bei Vorliegen besonderer Schwierigkeiten unter Angabe einer entsprechenden Begründung mit einem erhöhten Faktor in Rechnung gestellt werden.

 

Diese Möglichkeit wird häufig bei der Abrechnung körperlicher Untersuchungen außer Acht gelassen. Werden z. B. mehrere symptombezogene Untersuchungen an unterschiedlichen Körperstellen bzw. in unterschiedlichen Körperbereichen durchgeführt, ohne dass der Leistungsinhalt der GOÄ-Nummern 6, 7 (Vollständige körperliche Untersuchungen eines Organsystems) oder 8 (Ganzkörperstatus) erfüllt wird, kann hierfür die GOÄ-Nummer 5 (Symptombezogene Untersuchung), wenn auch nur einmal, jedoch mit einem Abrechnungsfaktor oberhalb von 2,3 (= Schwellenwert) bis maximal 3,5 in Rechnung gestellt werden. Notwendig ist die Angabe einer entsprechenden Begründung auf der Rechnung für den erhöhten diagnostischen und ggf. auch zeitlichen Aufwand.

 


Abrechnung von Laborleistungen – Was ist eigentlich erlaubt?

 

Gliederung der Laborleistungen in der GOÄ
Laborleistungen sind in der GOÄ in vier Abschnitte unterteilt:
M I, M II, M III und M IV.

 

Abschnitt M I – Praxislabor
Im Abschnitt M I sind mit den GOÄ-Nummern 3500 bis 3532 die Vorhalteleistungen in der eigenen, niedergelassenen Praxis, das sog. „Praxislabor“ aufgeführt. Hier finden sich u. a. der Hämoccult-Test (GOÄ-Nr. 3500), die Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit (GOÄ-Nr. 3501) und die Untersuchung mit vorgefertigten Reagenzträgern z. B. Urin-Teststreifen-Untersuchung (GOÄ-Nr. 3511). Abgerechnet werden dürfen diese Leistungen nur von niedergelassenen Ärzten bei Analyse in den eigenen Praxisräumen innerhalb von vier Stunden nach der Probennahme bzw. Probenübergabe oder wenn sie z. B. während eines Hausbesuchs direkt beim Patienten durchgeführt werden. Hingegen scheidet eine Abrechnung von Leistungen aus dem Abschnitt M I in Krankenhäusern, krankenhausähnlichen Einrichtungen, Laborgemeinschaften oder laborärztlichen Praxen entsprechend den Allgemeinen Bestimmungen vor Abschnitt M I gänzlich aus.

 
Abschnitt M II – Basislabor
Leistungen des sog. „Basislabors“ dürfen auch dann als eigene Leistungen gegenüber den Patienten in Rechnung gestellt werden, wenn diese nicht selber durchgeführt wurden. Voraussetzung hierfür ist, dass die Analysen nach fachlicher Weisung unter der Aufsicht eines anderen Arztes in einer Laborgemeinschaft erbracht wurden. Für den Krankenhausarzt ist eine Abrechnung als eigene Leistung nur dann möglich, wenn der Leiter des Krankenhauslabors keine eigene Liquidationsberechtigung hat.

 

Verankert ist diese Bestimmung in der GOÄ an zwei Stellen:

  1. § 4 (2): „Der Arzt kann Gebühren nur für selbständige ärztliche Leistungen berechnen, die er selbst erbracht hat oder die unter seiner Aufsicht nach fachlicher Weisung erbracht wurden (eigene Leistungen). Als eigene Leistungen gelten auch von ihm berechnete Laborleistungen des Abschnitts M II des Gebührenverzeichnisses (Basislabor), die nach fachlicher Weisung unter der Aufsicht eines anderen Arztes in Laborgemeinschaften oder in von Ärzten ohne eigene Liquidationsberechtigung geleiteten Krankenhauslabors erbracht werden.“
  2. Allgemeine Bestimmungen vor Abschnitt M II: „Die aufgeführten Laborleistungen dürfen auch dann als eigene Leistungen berechnet werden, wenn diese nach fachlicher Weisung unter der Aufsicht eines anderen Arztes in Laborgemeinschaften oder in von Ärzten ohne eigene Liquidationsberechtigung geleiteten Krankenhauslabors erbracht werden.“

    Zu beachten ist, dass es sich bei diesen Leistungen um einen eingeschränkten Kreis von GOÄ-Nummern handelt. Die Bestimmung gilt ausschließlich für Laborleistungen, die nach den GOÄ-Nummern 3541.H bis 3621 abgerechnet werden. Im Einzelnen handelt es sich dabei um „gängige“ Untersuchungen:

 

  • großes und kleines Blutbild, Retikulozytenzahl
  • Elektrolyte und Wasserhaushalt (u. a. Natrium, Calcium, Kalium)
  • Kohlenhydrat- und Lipidstoffwechsel (u. a. Cholesterin, Triglyzeride, HDL)
  • Proteine einschließlich Elektrophoreseverfahren (u. a. Albumin, Immunglobuline)
  • Substrate, Metabolite und Enzyme (u. a. Bilirubin, Kreatinin, Creatinkinase)
  • Gerinnungswerte (u. a. PTT, PTZ, Quickwert)
  • Funktionsteste (u. a. Kreatinin-Clearance)
  • Spurenelemente (Eisen und Magnesium)

 

Beispiel A:
GOÄ-Nr. 2404 Exzision einer größeren Geschwulst
Punktzahl 554

Die Leistung ist als zuschlagsberechtigte Ziffer in den „Allgemeinen Bestimmungen“ in der GOÄ zum Abschnitt C VIII, 3. aufgeführt! Abrechnungsfähiger Zuschlag bei ambulanter Operation: GOÄ-Nr. 443

 

Höchstwert beachten!
Werden mehrere Leistungen aus dem Abschnitt M II abgerechnet, die mit „H1“ gekennzeichnet sind (z. B. Cholesterin = GOÄ-Nr. 3562.H1, Triglyzeride = GOÄ-Nr. 3565.H1), so ist der Höchstwert nach der GOÄ-Nummer 3541.H zu beachten. Dieser Höchstwert ist in der GOÄ mit 480 Punkten bewertet. Werden diese 480 Punkte durch die Gesamtpunktzahl mehrerer GOÄ-Nummern, die mit einem „H1“ gekennzeichnet sind, überschritten, so tritt an die Stelle der einzelnen Abrechnungsnummern für die Laborleistungen die Nummer für den Höchstwert (3541.H). Diese Regelung gilt für alle Untersuchungen aus einer Art von Körpermaterial (z.B. Blut), das an einem Kalendertag gewonnen wurde. Dabei ist es unerheblich, ob die einzelnen Untersuchungen an mehreren darauf folgenden Tagen durchgeführt werden. Dennoch müssen die einzelnen Leistungen, die zum Höchstwert geführt haben in der Rechnung aufgeführt werden.

 

Beispiel
Beispiel:
3589.H1 CHE 1,15fach = 2,68 €
3587.H1 Alk. Phosphatase 1,15fach = 2,68 €
3594.H1 GOT 1,15fach = 2,68 €
3595.H1 GPT 1,15fach = 2,68 €
3582.H1 Gamma-GT 1,15fach = 2,68 €
3583.H1 Harnsäure 1,15fach = 2,68 €
3584.H1 Harnstoff 1,15fach = 2,68 €
3585.H1 Kreatinin 1,15fach = 2,68 €
3588.H1 Alpha-Amylase 1,15fach = 3,35 €
3597.H1 LDH 1,15fach = 2,68 €
3593.H1 GLDH 1,15fach = 3,35 €
3590.H1 CK 1,15fach = 2,68 €
Summe in EUR: = 33,50 €

 

Die Summe der hier aufgeführten Leistungsnummern ergibt bei einer Abrechnung zum Schwellenwert (Faktor 1,15) eine tatsächliche Honorarsumme von 33,50 €, die jedoch in dieser Höhe nicht in Rechnung gestellt werden darf, da der Höchstwert 3541.H bei einer Abrechnung zum Schwellenwert (Faktor 1,15) das Honorar auf 32,18 € begrenzt.

 

Unter Angabe der zum Höchstwert führenden GOÄ-Nummern muss die Abrechnung in diesem Beispiel wie folgt durchgeführt werden:

3541.H 1,15fach = 32,18 €
3589.H1 CHE
3587.H1 Alk. Phosphatase
3594.H1 GOT
3595.H1 GPT
3582.H1 Gamma-GT
3583.H1 Harnsäure

Zweck dieser Höchstwertbestimmung durch den Verordnungsgeber ist es, auf das Verordnungs- und Abrechnungsverhalten der Ärzte dämpfend einzuwirken.

 

Abschnitte M III/M IV – Speziallabor
Unter dem Begriff „Speziallabor“ werden Laborleistungen aus den Abschnitten M III und M IV zusammengefasst. Das Speziallabor stellt den größten Teil der in der Gebührenordnung aufgeführten Laborleistungen und beinhaltet die GOÄ-Nummern 3630.H bis 4787.

Während im Abschnitt M III u. a. z. B. Antikörperbestimmungen, Tumormarker, Blutgruppenmerkmale und Hormonbestimmungen abgebildet sind, widmet sich der Abschnitt M IV der Untersuchung von Krankheitserregern u. a. in Bezug auf deren Nachweis und Charakterisierung sowie der Empfindlichkeitstestung.

Leistungen des Speziallabors dürfen nur dann in Rechnung gestellt werden, wenn diese durch den Arzt selbst, bzw. unter seiner Aufsicht nach fachlicher Weisung erbracht wurden. Eine weitere Voraussetzung für die Erbringung und Abrechnung ist die dafür notwendige Fachkunde. Wird hingegen das Untersuchungsmaterial an einen anderen Arzt (z. B. an den Laborarzt) zur Analyse weiterversandt, so erfolgt die Rechnungsstellung durch denjenigen Arzt, der die Untersuchung erbracht hat. Dies ergibt sich einerseits aus den Allgemeinen Bestimmungen 3. vor dem Abschnitt M in der GOÄ, andererseits wurde dies durch ein Urteil des Bundesgerichtshofes vom 25.01.2012 (Az. 1 StR 45/11) noch einmal unterstrichen.

 

Nicht vergessen – Patient muss informiert werden!
§ 4 (5) GOÄ: “Sollen Leistungen durch Dritte erbracht werden, die diese dem Zahlungspflichtigen unmittelbar berechnen, so hat der Arzt ihn darüber zu unterrichten.”

 


Sommer, Sonne, Zecken-Zeit

Kaum ist der Sommer da, machen sich die kleinen Ungeheuer auf acht Beinen wieder über Mensch und Tier her. Lesen Sie hier, wie die ärztlichen Leistungen rund um das Thema Zeckenbiss nach der GOÄ abgerechnet werden können.

 

Entfernung einer Zecke
In der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ist keine Leistungsziffer für die Entfernung von Zecken aufgeführt. Entsprechend kann die problemlose Entfernung einer Zecke mit der Pinzette analog mit der GOÄ-Nummer 2007 (Entfernen von Fäden oder Klammern) berechnet werden.

Ist die Entfernung komplizierter, weil die Zecke bereits tiefer unter die Oberfläche der Haut eingedrungen ist bzw. sich nach frustranem Entfernungsversuch noch Insektenteile unter der Hautoberfläche befinden, kann für die Entfernung die GOÄ-Nummer 2009 (Entfernung eines unter der Oberfläche der Haut oder der Schleimhaut gelegenen fühlbaren Fremdkörpers) in Ansatz gebracht werden.

 

FSME-Impfung
Bei der Abrechnung von Impfleistungen sollte nicht vergessen werden,
dass i. d. R. neben der Impfberatung auch eine Untersuchung zum Ausschluss
eines Infektes durchgeführt wird. Schade, wenn diese Leistung
bei der Abrechnung übersehen wird.

 

Beispiel:
Impfberatung
GOÄ-Nr. 1 Beratung 2,3fach = 10,72 €

 

Infektausschluss
GOÄ-Nr. 5 Symptombezogene Untersuchung 2,3fach = 10,72 €
 

FSME-Impfung
GOÄ-Nr. 375 Schutzimpfung i.m./s.c. 2,3fach = 10,72 €

 

Mit der Leistung nach GOÄ-Nummer 375 ist die Eintragung in den Impfpass abgegolten. Die Auslagen für den Impfstoff sind zusätzlich zum Selbstkostenpreis berechnungsfähig, sofern das Impfserum nicht zuvor rezeptiert wurde.

 


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Quelle:
Daisy – Akademie und Verlag

 
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