Wir machen aus Ihren Forderungen unternehmerische Werte.

Unsere Kunden erwarten von uns immer das Besondere. Zu Recht.

Newsletter Dental 02/2016

Transparenz und Vertrauen!

Ende Februar diesen Jahres schockte ein WISO-Filmbericht Ärzte und Patienten gleichermaßen: Korrupte Zahnärzte? Unterjochte Labore? Kann das in diesem geschilderten Ausmaß überhaupt wahr sein? Anfang April wurde das Antikorruptionsgesetz nun verabschiedet, das von allen Seiten begrüßt wurde. Wir sind uns sicher: Im Interesse der ganz überwiegenden Zahl Leistungserbringer im Gesundheitswesen, die sich korrekt verhalten (dazu zählen wir uns ebenfalls), sind klare Regelungen wünschenswert und führen auch keinesfalls zu Angstzuständen. Dennoch ist es anratenswert, z.B. eingegangene Verträge einzusehen und auf „political correctness“ zu überprüfen.

 

Unsere Partnerverträge, die Sie als Zahnarzt mit Ihrem Labor und uns abschließen, wurden daher in unserem Auftrag von einer unabhängigen Kanzlei geprüft. Nach aktuellem Kenntnisstand sind das Modell Partnerfactoring und die damit verbundenen Verträge als unbedenklich einzustufen. Da das Thema aber weitreichende Brisanz besitzt, werden wir uns in den nächsten Ausgaben weiterhin mit diesem Thema beschäftigen.

 

„Man kann Bestechung und Korruption wohl niemals ganz besiegen. Aber man kann – wie in einem Teich – den Wasserstand so niedrig halten, dass den Fröschen die Lust am Quaken vergeht.“ (Wolfgang J. Reus, 1959 – 2006, deutscher Journalist, Satiriker, Aphoristiker und Lyriker) Auf eine weiterhin transparente und vertrauensvolle Zusammenarbeit!

 

Manfred Reiss
Geschäftsführer
Michael Reiss
Geschäftsführer

 


Abrechnungsempfehlung für die Verwendung von fluoridhaltigen Lacken

Unzumutbarkeitsgrenze erreicht?

Indikationen:
Einsatz bei der Behandlung von überempfindlichen Zahnhälsen, im Rahmen der Langzeitkariesprophylaxe (Fluoridierung), Erhöhung der Säureresistenz des Schmelzes unter abnehmbaren Schienen, Klammerzähnen, wie im Rahmen von orthodontischen Behandlung. Ebenso bei Maßnahmen zur Refluoridierung von angeätzten und partiell entkalkten Schmelzpartien, im Rahmen der Kaviätenpräparationen, oder nach der Belagspolitur bei der Zahnsteinentfernung.

 

Bei gesetzlich- und privatversicherten Patienten
Behandlung überempfindlicher Zahnflächen: Die Maßnahme kommt u. a. im Zusammenhang mit Par-Behandlungen vor, an freiliegenden Zahnflächen, im Anschluss an Einschleifmaßnahmen oder im Zusammenhang mit Präparationen von Füllungen oder Kronen, wenn gezielt überempfindliche Zahnflächen (z. B. mit Fluor Protector S) behandelt werden. Beim gesetzlich Versicherten wird dies mit der Bema Nr. 10 – Behandlung überempfindlicher Zähne, je Sitzung als Sachleistung abgerechnet. Die Maßnahme ist je Sitzung einmal berechenbar, unabhängig von der Anzahl touchierten Zahnflächen. Es gibt keine Einschränkung bzgl. der Anzahl der Sitzungen, wobei das Gebot der Wirtschaftlichkeit (§ 12 SGB V) beachtet werden sollte. Es müssen alle notwendigen Zahnflächen in einer Sitzung behandelt werden. Eine Aufteilung auf mehrere Sitzungen ist unzulässig.

 

Wichtig! Hierunter fällt nicht das Versorgen der Dentinwunde durch imprägnieren oder touchieren unmittelbar nach der Präparation, dies ist Leistungsinhalt der Präparation selbst. Ebenso stellt die Remineralisierung nach erfolgter Restauration mittels Komposite keine Leistung dar, welche als Sachleistung zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung berechnet werden kann.

 

Im Bereich der Privatabrechnung wird diese Maßnahme mit der GOZ Nr. 2010 – Behandlung, überempfindlicher Zahnflächen, je Kiefer – berechnet, somit ist der zweimalige Ansatz pro Sitzung möglich. Es gibt keine Einschränkung bzgl. der Anzahl der Sitzungen. Laut § 10 Abs. 2 ist bei Rechnungsstellung eine verständliche Bezeichnung des/der behandelten Zahnes/Zähne anzugeben. Gemäß § 5 Abs. 2 GOZ ist der Faktor entsprechend nach Schwierigkeit, Zeitaufwand, Umstand nach billigem Ermessen zu bestimmen. Fluoridierung im Rahmen der Langzeitkariesprophylaxe Fluoridierungsmaßnahmen können bei bleibenden Zähnen, wie Milchzähnen, im Rahmen der Kariesintensivprophylaxe erforderlich sein.

 

Bei gesetzlich versicherten Kinder und Jugendlichen ist die Maßnahme zur Schmelzhärtung im Bema mit der IP4 – Lokale Fluoridierung der Zähne – hinterlegt und für Versicherte, die das sechste, aber noch nicht das achtzehnte Lebensjahr vollendet haben, als Sachleistung abrechenbar Zum Leistungsinhalt gehört dabei das Entfernen von weichen Belägen, sowie Maßnahmen zur Trockenlegung der Zähne. Die Leistung ist je Kalenderhalbjahr einmal abrechnungsfähig. Bei Versicherten mit hohem Kariesrisiko (dmft/DMFT) kann ab dem 30. Lebensmonat (6. Lebensmonat*) im Rahmen der FU bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres, die Nr. IP4 je Kalenderhalbjahr zweimal abgerechnet werden. Ebenso ist eine Berechnung der IP4, bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres, nach Durchbruch der 6-Jahrmolaren möglich. (*bei bestehendem Sondervertrag, zwischen der jeweiligen KZV und einzelnen Krankenkassen).

 

Bei privatversicherten Patienten, wie als Privatleistung bei gesetzlich versicherten Patienten sind Maßnahmen zur Fluoridierung im Rahmen der GOZ unabhängig vom Alter mit der Nr. 1020 – Lokale Fluoridierung zur Verbesserung der Zahnhartsubstanz, zur Kariesvorbeugung und -behandlung, mit Lack oder Gel, je Sitzung – zu berechnen. Laut GOZ Bestimmungen sind Maßnahmen, welche nach der Geb. Nr. 1020 berechnet werden, innerhalb eines Jahres (Zeitraum von 12 Monaten) höchstens viermal berechnungsfähig. Bei Rechnungsstellung ist laut § 10 Abs. 2 GOZ eine verständliche Bezeichnung des/der behandelten Zahnes/Zähne anzugeben. Der Faktor bestimmt sich gemäß § 5 Abs. 2 GOZ nach Schwierigkeit, Zeitaufwand, Umstand entsprechend.

 

KZBV: Schnittstellen zwischen Bema und GOZ zu der GOZ-Nr. 1020 (Stand 01.06.2015). Eine Leistung nach der Nr. 1020 GOZ ist mit Versicherten der GKV nach Vollendung des 30. Lebensmonats und vor Vollendung des 18. Lebensjahres in der Regel nicht vereinbarungsfähig.

 

Bei vorzeitigem Durchbruch der 6-Jahrmolaren ist die Abrechnung der lokalen Fluoridierung der Zähne zur Zahnschmelzhärtung über die Nr. IP4 BEMA möglich. Die Leistung nach Nr. 1020 GOZ ist für dieselbe Sitzung neben der Nr. IP4 BEMA nicht vereinbarungsfähig, da es hierbei zu einer unzulässigen Überschneidung der Leistungsinhalte käme. Die Leistung ist vereinbarungsfähig, soweit die in den Abrechnungsbestimmungen vorgegebenen Fristen nicht eingehalten werden. Die Nr. 10 BEMA (Behandlung überempfindlicher Zähne, für jede Sitzung) ist für prophylaktische Maßnahmen nicht abrechenbar.

 

 

Fluoridierung im Rahmen der Professionellen Zahnreinigung

Die Professionelle Zahnreinigung, auch PZR genannt, ist in der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) mit der Geb. Nr. 1040 – Professionelle Zahnreinigung hinterlegt. Diese beinhaltet laut der Bestimmungen zur Gebührenziffer, welche je Zahn, Implantat oder Brückenglied, berechnet werden kann, folgende Maßnahmen:

 

  • Entfernen der supragingivalen/gingivalen Beläge auf Zahn- und Wurzeloberflächen
  • Reinigung der Zahnzwischenräume
  • Entfernen des Biofilms
  • Oberflächenpolitur
  • geeignete Fluoridierungsmaßnahmen

Die Fluoridierung ist somit Leistungsinhalt der Geb. Nr. 1040 und somit nicht am selben Zahn, in derselben Sitzung gesondert nach der Geb. Nr. 1020 berechenbar. Der Aufwand der professionellen Zahnreinigung, ist gemäß § 5 Abs. 2 GOZ entsprechend Schwierigkeit, Zeitaufwand und Umstand, nach billigem Ermessen zu bestimmen. Der BEMA beinhaltet keine Maßnahmen zur Professionellen Zahnreinigung. Wird beim gesetzlich versicherten Patienten eine professionelle Zahnreinigung vorgenommen, muss diese vor Behandlungsbeginn, auf Grundlage der GOZ, in einer Privaten Behandlungsvereinbarung (§ 4 Abs. 5 BMV-Z – § 7 Abs. 7 EKVZ) schriftlich vereinbart werden. Diese Vereinbarung ist auch erforderlich, bei Vereinbarung der Geb. Nr. 1020 beim GKV-Patienten.

 

Materialkostenberechnung im Rahmen der GOZ

Laut GOZ sind Materialien nicht zusätzlich berechnungsfähig. Die Kosten hierfür sind mit den Gebühren abgegolten, außer diese sind in den allgemeinen Bestimmungen oder den Bestimmungen der jeweiligen Gebührenposition explizit aufgeführt. Laut der Bestimmungen zu den Geb. Nr. 1020, 1040 und 2010 sind die Materialien mit der Gebührennummer abgegolten und nicht zusätzlich berechnenbar. Eine Ausnahme bildet die so genannte „Unzumutbarkeitsregelung“. Der BGH hat im Urteil vom 27.05.04 Az. III ZR 264/03 festgestellt, dass gegen den Ausschluss der Berechnung von Praxismaterialien dann Bedenken bestehen, wenn deren Kosten einen großen Teil des zahnärztlichen Honorars aufzehren. Nach Feststellung des BGH besteht eine Unzumutbarkeit, wenn die Gebühr (ganz oder teilweise) von den Materialkosten aufgezehrt wird, bei Faktor 1,0 zu 100 %, bei Faktor 2,3 zu 75-89 %, bei Faktor 3,5 zu 50-58 %. Dies sollte bei der Verwendung von fluoridhaltigen Lacken im Zusammenhang mit den GOZ Nr. 1020 und 2010 geprüft werden. Empfehlenswert ist es dann, bei Rechnungsstellung darauf hinzuweisen, daß es sich um Material handelt, welches der Unzumutbarkeitsregelung zuzuordnen ist. Dies erspart meist Rückfragen von Erstattern.
Autorin: Ingrid Honold, Dental Client.

 

 

Interessantes Urteil vom OLG Hamm: Kein Honoraranspruch nach fehlender Aufklärung über andere Verfahren!

Eine kostenintensive Zahnbehandlung (Implantatbehandlung mit Knochenaufbau durch Eigenknochenzüchtung) muss nicht bezahlt werden, wenn sich der Patient im Falle seiner ordnungsgemäßen Aufklärung über andere Behandlungsmöglichkeiten (Knochenaufbau durch Verwendung von Knochenersatzmaterial oder Knochenentnahme aus dem Beckenkamm) gegen die kostenintensive Behandlung ausgesprochen hätte. So entschied das Oberlandesgericht Hamm in einem Urteil vom 12. August 2014 (Az. 26 U 35/13, Abruf-Nr. 142676).

 

Der Fall:
Bei einer Patientin erfolgte eine Implantatbehandlung mit Knochenaufbau.
Der Aufbau des Ober- und Unterkieferknochens sollte durch gezüchtetes Knochenmaterial erfolgen. Die Patientin unterzeichnete entsprechende Heil- und Kostenpläne und Einverständniserklärungen. Insgesamt stellte der MKG-Chirurg Kosten in Höhe von 42.000 Euro in Rechnung. Die gesamte Behandlung sollte sogar 90.000 Euro kosten. Die Patientin behauptete, über die Gesamtkosten der Behandlung nicht aufgeklärt worden zu sein. In Kenntnis der tatsächlichen Behandlungskosten hätte sie niemals zugestimmt. Außerdem war die Behandlung erfolglos, weil sämtliche Implantate schon nach kurzer Zeit herausgefallen waren.

 

Das Urteil:
Das Gericht bestätigte die Einschätzung der Patientin, dass sie die Behandlung bei ordnungsgemäßer Aufklärung nicht hätte vornehmen lassen. Dafür spreche auch bereits der Umstand, dass sie sich zuvor in einer Privatzahnklinik hatte beraten lassen, wo ihr der dortige Professor zwecks Kieferknochenaufbau zu Knochentransplantationen geraten hatte. Den Implantologen hatte sie aufgesucht, weil sie eine zweite Meinung einholen wollte. Dieser habe ihr die eigentlich beabsichtigte Beckenkamm-Operation jedoch ausgeredet. Das Gericht folgte in seiner Entscheidung den Ausführungen des Sachverständigen, laut dem theoretisch neben der Eigenknochenzüchtung noch die Verwendung von Knochenersatzmaterial (Collagen) und die Knochenentnahme in Betracht gekommen. Unstreitig habe der Zahnarzt allerdings nur auf die Knochenentnahme aus dem Beckenkamm als alternative Behandlungsmethode hingewiesen – und hier die Risiken überbetont. Die Knochenentnahme aus dem Beckenkamm sei jedoch nach der zusammenfassenden Einschätzung des Sachverständigen noch immer das beste Verfahren.

 

Da sich – so das OLG – bei einer ordnungsgemäßen Aufklärung die Patientin gegen die Behandlung ausgesprochen und somit sämtliche in der Rechnung aufgeführten Positionen nicht angefallen wären, entfällt der geltend gemachte Honoraranspruch!!!

 

 

Wichtige Info zum Forderungsankauf bei Behandlungen von Asylbewerbern

Die gestiegene Zahl an Asylbewerbern in Deutschland macht sich auch in den Arzt- und Zahnarztpraxen bemerkbar und stellt diese vor neue Herausforderungen. Neben den oftmals bestehenden Sprachbarrieren stellt sich im Zusammenhang mit der Behandlung auch immer die Frage nach der richtigen Abrechnung der ärztlichen Leistung. In der Regel werden medizinische Behandlungen von Asylbewerbern gemäß dem Asylbewerberleistungsgesetz mit der in dem Bundesland jeweils zuständigen Behörde abgerechnet. Es handelt sich hierbei um Honoraransprüche mit öffentlich-rechtlichem Charakter. Bereits aus diesem Grunde unterliegen diese Honorarforderungen nicht dem Dienstleistungsvertrag und können daher unsererseits nicht angekauft und verarbeitet werden. Sofern Sie in Ihrer Praxis auf privatärztlicher Grundlage – außerhalb des Asylbewerberleistungsgesetzes – Asylbewerber oder Patienten mit vergleichbarem unsicheren Wohn-/Aufenthaltsstatus behandeln, müssen wir Ihnen mitteilen, dass derartige Honorarforderungen ebenfalls nicht angekauft und abgerechnet werden können. (Siehe Ziff. 1 (3) des Dienstleistungsvertrages). Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

 


Download PVS NewsletterHier können Sie den kompletten Newsletter als PDF-Dokument herunterladen.


Quelle:
Daisy – Akademie und Verlag

Wir freuen uns über Anregungen, Ideen, Meinungen und Themenvorschläge. Herausgeber und Redaktion sind um die Genauigkeit der dargestellten Informationen bemüht, dennoch können wir für Fehler, Auslassungen oder hier ausgedrückte Meinungen nicht haften. Alle Angaben sind ohne Gewähr! Wir danken Alexandra Pedersen für die Mithilfe an der Entstehung dieses Newsletters. Redaktionsadresse: Newsletter@pvs-mefa.de. Fotos: PVS Reiss GmbH. Konzept/Gestaltung: www.Creapart.de

zurück zur Übersicht

Lernen Sie unser breites Dienstleistungs-Portfolio kennen.

Mehr hier

Sie haben Fragen?

Mich interessiert folgender Bereich:

Dental / GOZ
niedergelassene Ärzte / GOÄ
Kliniken und Chefärzte
Heilpraktiker
Pflegeeinrichtungen / SGB
Patienten
 

Ich möchte ein Angebot der PVS Reiss GmbH über mehr als nur Factoring.

Das Angebot der PVS Reiss GmbH interessiert mich und ich möchte mich gerne persönlich beraten lassen.

Bitte rufen Sie mich an, um einen Gesprächstermin zu vereinbaren.

Bitte senden Sie mir weitere Informationen über die PVS Reiss GmbH.
Ich habe ein anderes Anliegen.

Bitte beweise, dass du kein Spambot bist und wähle das Symbol LKW aus.
Ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen. Ich stimme zu, dass meine Angaben zur Kontaktaufnahme und für Rückfragen dauerhaft gespeichert werden.
Hinweis: Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per Mail an anfrage@pvs-reiss.de widerrufen.