Magazin up date

Magazin up date 03/2018

 
PDF-DownloadDownload Magazin up date
PDF-DownloadDownload Anlage “Gegenüberstellung der GOZ und BEMA-Werte

 

Pflege geht jeden was an!

 

Es ist vollbracht – Mit dieser Ausgabe begrüßen wir Sie aus Radolfzell. Der Umzug liegt hinter uns, verbunden mit ein paar ereignisreichen und aufregenden Monaten. Wir haben uns eingelebt, eingerichtet und fühlen uns wohl an unserem neuen Standort. Man könnte meinen durch den Bodensee und die Atmosphäre dieser schönen Stadt würde ein Urlaubsfeeling entstehen. Dem ist aber nicht so, der Arbeitsalltag hat uns schnell wieder eingeholt.

 

Wie bereits in aller Munde, beschäftigt auch uns das Thema Pflege. In einer Zeit in der es schnell gehen muss und jeder unter Druck steht, muss reagiert werden. Immer mehr Pflegedienste berichten über zu wenig Zeit für Patienten aufgrund von Pflegefachkräftemangel und zu viel Bürokratie.

 

In Deutschland gibt es drei große Gruppen an Pflegevertretungen: Die Pflegekammer, die Pflege- und Berufsverbände und die Gewerkschaften. Im Allgemeinen kümmern sich die Kammern um die Qualitätssicherung der Pflege in den jeweiligen Bundesländern, die Verbände vertreten die Interessen der Berufsangehörigen und der Gewerkschaften haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Arbeitnehmerinteressen zu vertreten. Unabhängig ihrer einzelnen Aufgaben haben alle drei Gruppen das gleiche Ziel. Sie möchten der Pflege, Ihren Fachkräften, den Patienten und ihren Angehörigen hilfreich zur Seite stehen.

 

Wir als Verrechnungsstelle haben es uns zur Aufgabe gemacht, den Fachkräften Freiraum für die Patienten und für das Privatleben zu schaffen. Wir übernehmen die Abrechnung der Leistungen mit den Krankenund Pflegekassen, wir bieten professionelle Hilfe bei Erstattungsproblemen an, wir übernehmen die Sicherung Ihrer Abrechnungsdaten und Sie erhalten bei uns einen persönlichen Ansprechpartner, der Ihnen bei allen Belangen der Abrechnung behilflich ist.

 

Der Arbeitgeber- und BerufsVerband Privater Pflege e.V. (ABVP) hat uns seine Unterstützung angeboten und uns gleich einen Artikel zum Thema „Mitarbeiterbindung durch flexible Arbeitszeiten – So funktioniert‘s“ in dieser Ausgabe bereitgestellt. Wir möchten Sie auch weiterhin über die Pflege auf dem Laufenden halten und werden in unserem up date immer wieder Artikel zu diesem Thema einbringen.

 

Der Sommer neigt sich dem Ende entgegen und die Natur fängt bereits an, sich auf den Herbst vorzubereiten. Auch wir haben im Herbst ein paar Vorbereitungen zu treffen. Da wäre zum einen unser Tag der offenen Tür im Oktober diesen Jahres und die zweite Runde der Bodensee-Abrechnungstage im November. Wir freuen uns auf diese Aufgaben und werden Sie im nächsten Heft auch weiterhin mit allen Neuigkeiten auf dem Laufenden halten.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Manfred Reiss
Geschäftsführer
Michael Reiss
Geschäftsführer

 


Aus dem Inhalt

 


Neue EU-Quecksilber-Verordnung in Kraft

 

Änderung zum 1. Juli 2018 – Kein Amalgam mehr bei Kindern, Schwangeren und Stillenden.

 

Laut der EU-Quecksilberverordnung dürfen Zahnärzte ab dem 01.07.2018 bei Kindern bis zur Vollendung des 15. Lebensjahres, Schwangeren, Stillenden oder bei der Behandlung von Milchzähnen grundsätzlich kein Dentalamalgam als Füllungsmaterial verwenden.

 

Als Reaktion darauf wird nun zum 01.07.2018 die BEMA-Nr. 13 erweitert. So hat es der Bewertungsausschuss am 15.06.2018 beschlossen. Zum 01.07.2018 wird die BEMA-Nr. 13 der neuen Verordnung angepasst: „Die Abrechnung von Kompositfüllungen im Seitenzahnbereich nach den BEMA-Nr. 13e bis g für Patienten mit einer absoluten Amalgam-Kontraindikation oder Niereninsuffizienz ist jetzt auch für den o. g. Personenkreis möglich. Eine entsprechende Formulierung wurde in die Leistungsbeschreibung der BEMA-Nr. 13 aufgenommen.

 

Zusätzlich wurde eine „mehr als dreiflächige Kompositfüllung im Seitenzahngebiet“ als neue BEMA-Nr. 13h eingeführt. Diese neue Leistung ist mit 100 Punkten bewertet.

 

Die Abrechnungsbestimmungen zur BEMA-Nr. 13 wurden um eine Klarstellung ergänzt, wann eine Amalgamfüllung absolut kontraindiziert ist. Diese wurde aus der bisherigen Protokollnotiz zum Beschluss des Bewertungsausschusses aus 1996 als Abrechnungsbestimmung Nr. 2 direkt in die BEMA aufgenommen. Demnach besteht diese Kontraindikation, wenn der Nachweis einer Allergie gegenüber Amalgam bzw. dessen Bestandteilen gemäß den Kriterien der Kontaktallergiegruppe der Deutschen Gesellschaft für Dermatologie erbracht wurde bzw. wenn bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz neue Füllungen gelegt werden müssen.

 


Ebenso wahr: Vor Gericht und auf hoher See sind wir alle in Gottes Hand!

 

Und trotzdem sollen Sie möglichst immer rechtlich auf der sicheren Seite sein. Hier die wichtigsten Paragraphen, die Sie unbedingt beachten sollten:

 

Mehrkostenvereinbarung § 28
GOZ minus BEMA (der Kassenpatient hat immer Anspruch auf die Sachleistung der GKV)

 

Neu ab 01.07.2018: Privatvereinbarung § 8 Abs. 7 BMV-Z
Aus dem Kassenpatient wird der Privatpatient (für Leistungen, die nicht in der BEMA enthalten sind, z. B. GOZ 9000ff, 8000ff)

 

Verlangensleistungen § 2 Abs. 3
Medizinisch nicht notwendig (z. B. Bleaching, Steinchen kleben)

 

Honorarvereinbarung § 2 Abs. 1+2
Leistungen über dem 3,5 fachen Faktor, auch bei Basistarifversicherten über dem 2,0 fachen Faktor

 

Achtung Patientenrechtegesetz
Bitte beachten Sie das Patientenrechtegesetz (PRG) § 630a ff. BGB, lassen Sie Ihrem Patienten genug Zeit über die entstehenden Kosten nachzudenken. Wir empfehlen 24 Stunden.

 

PDF-DownloadDownload Anlage “Aktuelle Formulare für den Dentalbereich”

 


Alles neu macht der Julei!

 

Terminverlegung für die Änderungen bei der Erstattung von Berichten
In unserem letzten Newsletter hatten wir über Änderungen bei der Berichterstattung zum 1. April 2018 informiert. Der Termin wurde verlegt, so dass die Neuerungen nunmehr erst zum 1. Juli 2018 in Kraft treten werden.

 

Änderung Formtext zum 01.07.2018
D-Arztbericht nach Vordruck F 1000
Ergänzungsbericht Kopfverletzungen nach Vordruck F 1002
Ergänzungsbericht Knie nach Vordruck F 1004
Ergänzungsbericht Schulter nach Vordruck F 1006 (neu)
Ergänzungsbericht schwere Verbrennungen nach Vordruck F 1008
Verlaufsbericht nach Vordruck F 2100 (neu)
Mitteilung Arbeitsfähigkeit/Abschluss besondere Heilbehandlung nach Vordruck F 2222

 

Der Nachschaubericht (F 2106) und der Zwischenbericht (F 2100 alt) bei besonderer Heilbehandlung entfallen und werden durch den neuen Verlaufsbericht (F 2100) ersetzt.

 

Neufassung des Verletzungsartenverzeichnisses ab dem 1. Juli 2018
Zum 1. Juli 2018 tritt eine Neufassung des Verletzungsartenverzeichnisses nach umfangreicher Überarbeitung in Kraft. Das Verletzungsartenverzeichnis regelt die Zuweisung in die am Verletzungsartenverfahren (VAV) bzw. Schwerstverletzungsartenverfahren (SAV) beteiligten Krankenhäuser und ist entscheidend für eine ggf. vorliegende Verlegungspflicht in die hierfür zugelassenen Krankenhäuser.

 

Wegen vieler Unsicherheiten bei der Zuordnung von Verletzungen zum VAV bzw. SAV in der Vergangenheit, wurden in den Ziffern 1 bis 10 des Verletzungsartenverzeichnisses die Beschreibungen der dort aufgeführten Verletzungskonstellationen deutlicher formuliert und durch eine tabellarische Aufzählung mit Spiegelstrichen veranschaulicht.

 

Beispiel:
11.5 (S) Spezielle Komplikationen und Unfallfolgen wie z. B.:

  • Chronische Schmerzsyndrome mit der Notwendigkeit einer besonderen (z. B. schmerzmedizinischen oder handchirurgischen) Behandlung oder bei der Notwendigkeit zur Abklärung
  • Komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS)
  • Phantomschmerzen nach Amputationen
  • Schmerzen nach Nervenverletzungen

 

Eine Verletzungskonstellation reicht!
Dabei ist mit dem Vorliegen nur einer mit Spiegelstrich aufgeführten Verletzungskonstellation für die Zuordnung einer Verletzung in die Kategorie VAV oder SAV Genüge getan.

 

Verletzungsartenverzeichnis im Internet
Das Verletzungsartenverzeichnis mit Erläuterungen unter Einschluss des Schwerstverletzungsartenverfahrens (überarbeitete Version 2.0, Stand 1. Juli 2018) kann als PDF-Datei unter dem folgenden Link abgerufen werden: https://www.dkgev.de/media/file/86971.Anlage_Rahmenvb_ueber_die_Behandlung_von_Versicherten_der_Traeger_der_gesetzl._UV.pdf

 


Dauernder Streit um die Psychiatrische Untersuchung nach GOÄ-Nr. 801

 

Häufige Beanstandungen durch PKV-Unternehmen
Nicht selten wird die medizinische Notwendigkeit bei der Abrechnung der GOÄ-Nr. 801 (Eingehende psychiatrische Untersuchung – gegebenenfalls unter Einschaltung der Bezugs- und/oder Kontaktperson) durch PKV-Unternehmen in Frage gestellt. Dies betrifft insbesondere die wiederholte Abrechnung der Position während einer laufenden Behandlung. Gegen eine mehrmalige Abrechnung führen die Versicherungsunternehmen an, dass die Feststellung „nur geringer Veränderungen des psychiatrischen Krankheitsbildes“ mit der Berechnung einer Leistung nach den GOÄ-Nummern 804 (Psychiatrische Behandlung durch eingehendes therapeutisches Gespräch – auch mit gezielter Exploration) oder 806 (Psychiatrische Behandlung durch gezielte Exploration und eingehendes therapeutisches Gespräch, … Mindestdauer 20 Minuten) abgegolten sei.

 

Keine Einschränkungen in der GOÄ
Von Seiten der GOÄ-Bestimmungen sind keinerlei Einschränkungen zur Häufigkeit der Abrechnung der GOÄ-Nr. 801 vorhanden; weder bezogen auf die Leistungsziffer selbst, noch auf den Behandlungsfall oder andere einschränkende Kriterien. Beachtung ist alleine dem Paragraphen 1 (2) GOÄ zu schenken, in dem bestimmt ist, dass ärztliche Leistungen nur bei medizinischer Notwendigkeit und bei einer Durchführung nach den Regeln der ärztlichen Kunst berechnungsfähig sind.
Zu widersprechen ist, dass mit dem Ansatz einer Gebührenposition nach GOÄ-Nr. 804 oder 806 die psychiatrische Untersuchung abgegolten sei. In keiner der beiden Legenden zu den Gebührennummern (siehe oben) ist die psychiatrische Untersuchung als Leistungsbestandteil aufgeführt.

 

Medizinische Notwendigkeit und Regeln ärztlicher Kunst
Über die medizinische Notwendigkeit entscheidet grundsätzlich der behandelnde und seine Kunst beherrschende Arzt und zwar bezogen auf den jeweiligen Patienten- bzw. Krankheitsfall, nicht jedoch ein Versicherungsunternehmen. Darüber hinaus können im Zweifelsfall medizinische Leitlinien über die medizinische Notwendigkeit bestimmen.

 

Dokumentation und Leistungsinhalt
Wichtig ist neben der vollständigen Dokumentation der erhobenen psychiatrischen Befunde in der Patientenakte auch die Angabe der jeweiligen Indikation z. B. „zur Therapieplanung“. Um eine Leistung nach der GOÄ-Nr. 801 nachvollziehbar belegen zu können, sollten auch nichtpathologische Befunde im Einzelnen erwähnt werden, denn der Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 801 sollte nach Auffassung der aktuellen GOÄ-Kommentierungen (Brück und Hoffmann/Kleinken et al) mindestens drei Teilbereiche einer vollständigen psychiatrischen Untersuchung umfassen:

  • Bewusstsein
  • Orientierung
  • Affekt
  • Antrieb
  • Wahrnehmung
  • Denkablauf
  • mnestische Funktionen.

Im Falle einer Beanstandung durch PKV-Unternehmen ist so nicht nur die Leistungserbringung selbst, sondern auch die medizinische Notwendigkeit transparent darstellbar.

 

Auslegungsbeschluss der Bundesärztekammer
Ein Auslegungsbeschluss der Bundesärztekammer zur GOÄ-Nr. 801 vom 10. Mai 2016 sollte endlich Ruhe in die Streitigkeiten bringen. Dies ist bis heute leider nur zum Teil gelungen, dennoch empfiehlt sich eine Orientierung daran.

 

Die wesentlichen Inhalte des Beschlusses

Leistungsinhalt:

  • Eingehende psychiatrische Untersuchung, nicht umfassender oder vollständiger psychopathologischer Befund
  • Erfassung wesentlicher Kernbereiche der psychopathologischen Symptomatik in hinreichendem Detaillierungsgrad
  • Im Wesentlichen Befundung der Teilbereiche Bewusstsein und Orientierung, Affekt, Antrieb, Wahrnehmung, inhaltliches und formales
    Denken, Ich-Störungen, wesentliche kognitiv-mnestische Funktionen

 

Berechtigung zur Abrechnung:

  • Nicht an das Untersuchungsergebnis gebunden
  • Untersuchungsanlass ist entscheidend
  • Keine formalen zeitlichen Beschränkungen zur Häufigkeit des Ansatzes der GOÄ-Nr. 801
  • Medizinische Notwendigkeit ist allein entscheidend (zur Diagnosestellung vor Behandlungsbeginn, ggf. wiederholt zur Befunderhebung im Krankheitsverlauf und zur Therapieplanung).

 

Abrechnung neben den GOÄ-Nrn. 804 oder 806:

  • Kein Ausschluss in der Abrechnungsbestimmung vorhanden
  • Nebeneinanderberechnung der diagnostischen Leistung nach GOÄ-Nr. 801 neben einer Gesprächsleistung nach den GOÄ-Nr. 804 oder 806 ist möglich, sofern erbracht.

 

Vollständige psychiatrische Untersuchung
Eine vollständige psychiatrische Untersuchung, die über das Maß einer nur „eingehenden“ psychiatrischen Untersuchung hinausgeht, stellt nach Auffassung des GOÄ-Kommentars Hoffmann/Kleinken et al, Stand Oktober 2017, einen möglichen Grund für eine Überschreitung des Schwellenwertes (bis 3,5fach) dar. Auf die Abrechnung einer „kleinen“ psychiatrischen Untersuchung, die den Leistungsinhalt der GOÄ-Nr. 801 nicht erfüllt, muss übrigens nicht verzichtet werden. Hierfür kann die GOÄ-Nr. 5 (Symptombezogene Untersuchung) in Rechnung gestellt werden.

 


Mitarbeiterbindung durch flexible Arbeitszeiten – So funktionierts!

 

Derzeit ist es überall zu lesen und zu hören, die Pflegekräfte sollen besser bezahlt werden. Aber ist Geld wirklich alles? Nein. Neben dem Gehalt ist für den Arbeitnehmer bei der Wahl des Arbeitgebers auch die Frage nach der sog. Work-Life-Balance entscheidend. Ein Bestandteil der sog. Work-Life-Balance sind flexible Arbeitszeiten.

 

Flexible Arbeitszeitmodelle
Sie als Arbeitgeber entscheiden selbst, wie Sie die flexible Arbeitszeit gestalten und welche Arbeitszeitmodelle Sie in Ihrem Unternehmen einführen wollen. Bei der Einführung eines Arbeitszeitmodells ist sowohl die vorherige Planung als auch die Einbeziehung der Mitarbeiter bei der Umsetzung entscheidend. So haben Ihre Mitarbeiter das Gefühl der Teilhabe an der Einführung des Modells.

 

Das für Sie richtige Modell können Sie aus einer Vielzahl an Arbeitszeitmodellen, wie z.B. Teilzeit, Jobsharing, Homeoffice, Altersteilzeit, Jahresarbeitszeit, Lebensarbeitszeit, Schichtarbeit, Arbeit auf Abruf u.v.m. auswählen. Das Modell „Teilzeit„ kennen Sie alle. Beim Jobsharing teilen sich mehrere Mitarbeiter einen Vollzeitarbeitsplatz. Bei der Lebens- oder Jahresarbeitszeit basiert das Modell auf einem Arbeitszeitkonto, welches ein Ansparen von Arbeitszeiten ermöglicht. Weit verbreitet ist das Modell „Arbeit auf Abruf“ oder auch KAPOVAZ (kapazitätsorientierte variable Arbeitszeit) genannt. Wie gestaltet sich die Arbeit auf Abruf und wie führe ich das Modell in mein Unternehmen ein?

 

„Arbeit auf Abruf“ in der praktischen Umsetzung
Bei der Arbeit auf Abruf erbringt der Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung entsprechend dem wechselnden Arbeitsanfall. Die Arbeit auf Abruf ist stets im Arbeitsvertrag ausdrücklich zu vereinbaren, nur dann kann das Modell umgesetzt werden. Ihr allgemeines Direktionsrecht als Arbeitgeber, d. h. eine mündliche Anweisung zur Arbeit auf Abruf reicht nicht aus. Das Modell ist grundsätzlich auf Teilzeitarbeitsplätze ausgerichtet und ermöglicht es von z. B. einer wöchentlich vereinbarten Arbeitszeit auf Abruf nach oben um höchstens 25 % oder nach unten um höchstens 20 % von der vereinbarten Arbeitszeit abzuweichen. Ein völlig offener Umfang der Arbeitszeit ist jedoch nicht zulässig. Bei der Arbeit auf Abruf wird zumeist ein monatliches Bruttogehalt vereinbart und die Plus- bzw. Minusstunden in einem Arbeitszeitkonto erfasst. Ein Stundenlohn für die tatsächlich erbrachten Stunden ist auch vereinbarungsfähig.

 

Neben den gesetzlichen Rahmenbedingungen im Arbeitszeitgesetz ist vor allem die gesetzliche Kernregelung in § 12 des Teilzeit- und Befristungsgesetzes zu beachten. Danach ist sowohl eine bestimmte Dauer der wöchentlichen als auch der täglichen Arbeit zu vereinbaren. Ist dies nicht erfolgt, ist zunächst an Hand der tatsächlich erfolgten Arbeitszeiten in der Vergangenheit eine durchschnittliche Arbeitszeitdauer zu ermitteln. Ist auch dies nicht möglich, nimmt der Gesetzgeber eine wöchentliche Dauer von zehn Stunden und eine tägliche Dauer von drei Stunden als Arbeitszeit an.

 

Zur Erbringung der Arbeitsleistung auf Abruf ist der Arbeitnehmer nur dann verpflichtet, wenn der Arbeitgeber den Arbeitseinsatz mindestens vier Tage im Voraus mitteilt. Hierbei ist zu beachten, dass der Tag der Ankündigung nicht mitgezählt wird und stets nur Montag bis Freitag als Ankündigungstage in Betracht kommen. Soll der Arbeitnehmer am Montag arbeiten, muss ihm dies spätestens am Mittwoch der Vorwoche angekündigt werden. Dies sollte nachweisbar, z. B. durch Zusenden des Dienstplanes per E-Mail geschehen. Bei nicht rechtzeitiger Ankündigung darf der Arbeitnehmer den Einsatz ablehnen und ihm dürfen durch die Weigerung keine Nachteile entstehen.

 

Ohne Arbeitszeitkonto keine flexible Arbeitszeit
Immer dann, wenn die tatsächliche Arbeitszeit von der vereinbarten Arbeitszeit abweicht, sollte die Differenzzeit (Plus- und Minusstunden) auf ein Arbeitszeitkonto gebucht werden, so haben Sie und Ihre Mitarbeiter den Überblick über die tatsächlich geleistete Arbeitszeit. Es gibt dabei die unterschiedlichsten Arbeitszeitkonten, wie Jahresarbeitszeit oder auch Lebensarbeitszeitkonten, die stets vertraglich vereinbart werden sollten. In der Vereinbarung muss ein Ausgleichszeitraum definiert werden, innerhalb dessen der Kontostand ausgeglichen werden muss. Zudem muss festgelegt werden, ob und wie zu bestimmten Zeitpunkten Kontenabschlussregeln gelten. Insbesondere für den Fall der Kündigung und ggf. das Erfordernis der Verrechnung von Minusstunden mit dem letzten Gehalt, ist eine ausdrückliche Vereinbarung im Arbeitsvertrag erforderlich. Für Einzelheiten bei der Gestaltung von Arbeitszeitkonten beraten wir Sie gern.

 

§ 12 TzBfG
(1) Arbeitgeber und Arbeitnehmer können vereinbaren, dass der Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung entsprechend dem Arbeitsanfall zu erbringen hat (Arbeit auf Abruf). Die Vereinbarung muss eine bestimmte Dauer der wöchentlichen und täglichen Arbeitszeit festlegen. Wenn die Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit nicht festgelegt ist, gilt eine Arbeitszeit von zehn Stunden als vereinbart. Wenn die Dauer der täglichen Arbeitszeit nicht festgelegt ist, hat der Arbeitgeber die Arbeitsleistung des Arbeitnehmers jeweils für mindestens drei aufeinander folgende Stunden in Anspruch zu nehmen.
(2) Der Arbeitnehmer ist nur zur Arbeitsleistung verpfl ichtet, wenn der Arbeitgeber ihm die Lage seiner Arbeitszeit jeweils mindestens vier Tage im Voraus mitteilt.

 

Stephanie Kurtz, Arbeitgeber- und BerufsVerband Privater Pfl ege e.V. Hannover

 


Arzt und Werbung – Alles oder Nichts

 

Darf die Lupenbrille analog in Ansatz gebracht werden?
Nein, die Anwendung einer Lupenbrille zur Qualitätsverbesserung stellt keine selbständige Leistung dar und ist mit der GOZ-Position abgegolten.

 

In der Vergangenheit waren Ärzte im Hinblick auf werbende Maßnahmen und die Präsentation ihrer Tätigkeit in der Öffentlichkeit unter anderem durch die Berufsordnungen besonders starken Restriktionen ausgesetzt. In den letzten Jahren wurde der Spielraum für Ärzte jedoch durch liberalere Urteile vergrößert, so dass nunmehr auch bei den Ärzte- und Zahnärztekammern die zutreffende Erkenntnis eingetreten ist: Dem freien Beruf des Arztes und Zahnarztes steht das Grundrecht der Berufsfreiheit (Art. 12 GG) zu, so dass Werbung grundsätzlich erlaubt ist!

 

So heißt es auch in § 27 der Musterberufsordnung der Ärzte:
„(2) Auf dieser Grundlage sind Ärztinnen und Ärzten sachliche berufsbezogene Informationen gestattet.
(3) Berufswidrige Werbung ist Ärztinnen und Ärzten untersagt. Berufswidrig ist insbesondere eine anpreisende, irreführende oder vergleichende Werbung. Ärztinnen und Ärzte dürfen eine solche Werbung durch andere weder veranlassen noch dulden. (…)“

 

Diese Vorschrift wurde nahezu inhaltsgleich von sämtlichen regionalen Ärztekammern übernommen; entsprechendes gilt für die Berufsordnungen der Zahnärzte.

 

Aufgrund der berufsrechtlichen Vorgaben ist leider nicht auf den ersten Blick ersichtlich, welche Werbemaßnahme zulässig oder untersagt ist. Somit ist es stets erforderlich, die beabsichtigte Werbung oder Öffentlichkeitsdarstellung anhand der gesetzlichen Vorgaben und ergangener gerichtlicher Entscheidungen zu bewerten und sich mit möglichen wettbewerbs- und berufsrechtlichen Risiken auseinanderzusetzen. Dabei sind nicht nur der eigentliche Inhalt der Werbung, sondern vor allem auch das Zusammenspiel zwischen der Gestaltung und dem Ort beziehungsweise dem Medium des Erscheinens genau zu prüfen.

 

1. Inhalt der Werbung
Jedem Arzt sind Werbe- und Öffentlichkeitsmaßnahmen erlaubt, die sachliche und berufsbezogene Informationen enthalten. Teilweise regeln die Berufsordnungen der einzelnen Kammern darüber hinaus ausdrücklich, was unter anderem als sachliche und berufsbezogene Informationen angesehen wird.

 

Dazu zählen im Kammergebiet der Ärzte in Nordrhein (wie in den meisten anderen Kammerbezirken auch) unter anderem:

  • Nach der Weiterbildungsordnung erworbene Bezeichnungen,
  • nach sonstigen öffentlich-rechtlichen Vorschriften erworbene Qualifikationen,
  • bis zu drei als solche gekennzeichneten Tätigkeitsschwerpunkte und
  • organisatorische Hinweise.

 

Bei der Angabe von Bezeichnungen, Qualifikationen, Tätigkeitsschwerpunkten, Leistungsspektrum und weiteren Informationen ist zwingend darauf zu achten, dass diese auch tatsächlich ausgeübt werden und keine Verwechslungsgefahr mit anderen feststehenden Begrifflichkeiten besteht.

 

Unter Berücksichtigung dieser „Positiv-Liste“ der Berufsordnung versteht es sich von selbst, dass auch die weiteren Angaben über die Anzahl der Ärzte, die vertretenen Fachrichtungen, die Ausrichtung, die Behandlungsmethoden, die Qualifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Öffnungs- und Sprechzeiten sowie etwaige Entfernungsangaben der Wahrheit entsprechen müssen, um eine Irreführung der Patienten und eine Verwechslungsgefahr zu vermeiden.

 

Die mögliche Verwechslungsgefahr stellt eine potentielle Irreführung der Patienten dar, die ausdrücklich verboten ist. Ob eine Verwechslungsgefahr besteht, ist nicht aus Ihrer fachlichen Sicht, sondern stets von dem Standpunkt des Patienten als Laien zu bewerten – aus diesem Grund empfiehlt sich auch eine einfachere und erklärende Sprache anstelle der Verwendung zu vieler Fachtermini und einer künstlichen Ausschmückung des eigenen Praxisumfangs. So wird offensichtlich, dass sich eine Einzelzahnarztpraxis ohne nennenswerte operative Tätigkeit nicht als Zentrum für Zahnheilkunde bezeichnen sollte; eine Augenarztpraxis in der Nachbarschaft eines Krankenhauses darf nicht als Augenabteilung des xy-Krankenhauses dargestellt werden.

 

Der Vergleich mit ärztlichen Kollegen, weiteren medizinischen Leistungserbringern und medizinischen Methoden ist ebenfalls ausdrücklich unzulässig, sofern dies in unsachlicher oder unangemessener Weise geschieht. Aus diesem Grunde ist bei vergleichenden Aussagen immer besondere Vorsicht geboten und es sollten unter keinen Umständen herabsetzende Formulierungen genutzt werden. Bei Vergleichen mit anderen medizinischen Leistungserbringern ist die wettbewerbsrechtliche Abmahngefahr besonders hoch. Ich empfehle, auf diese Art der Werbung vollständig zu verzichten – lenken Sie den Fokus der Patienten lieber in positiver Weise auf sich selbst und nicht gezielt auf andere!

 

Dahingegen stellt die früher berufsrechtlich sanktionierte persönliche Vorstellung der (Zahn)Ärzte auf der Praxishomepage mit der Darstellung von Hobbies, bevorzugten Urlaubsregionen, Familie und sozialem Engagement auch nach Auffassung vieler Kammern inzwischen eine zulässige Information dar, obwohl der Informationsgehalt für den Patienten im Hinblick auf die medizinische Behandlung eher als gering und als nicht berufsbezogen zu bewerten ist.

 

2. Werbezeitpunkt
Früher war es Zahnärzten und Ärzten nur zu besonderen Anlässen, wie der Praxiseröffnung, dem Umzug der Praxis oder einem Praxisjubiläum erlaubt, Werbeanzeigen in Zeitungen zu schalten.

 

Diese Einschränkungen gelten nicht mehr, so dass Sie jederzeit Werbe- und Informationsanzeigen in Auftrag geben können; auch eine Höchstanzahl von Werbeanzeigen innerhalb eines bestimmten Zeitraums gibt es grundsätzlich nicht.

 

3. Werbemedium
Bei der Wahl des Werbemediums müssen Sie zumindest nach Ansicht der Kammern strikt zwischen der Werbung in Ihren Praxisräumen und einer Öffentlichkeitswerbung außerhalb der Praxis unterscheiden.

 

Wird von den Ärztekammern das Auslegen von Kugelschreibern, Praxisbroschüren und Informationsplakaten in den Praxisräumen als zulässig und teilweise sogar als erwünscht angesehen, um die Patienten umfassend zu informieren, bestehen zumindest bei der berufsrechtlichen Aufsicht erhebliche Bedenken hinsichtlich der Zulässigkeit eines Praxisprospektes als Zeitungsbeilage, dem unaufgeforderten Versenden von Postwurfsendungen an Haushalte im Einzugsbereich der Praxis oder das Nennen eines Preises für einzelne Behandlungsmaßnahmen. Dies ist besonders verwunderlich, da es gewerblichen medizinischen Leistungserbringern (wie beispielsweise Krankenhäusern) ohne Weiteres erlaubt ist, sich ohne die vorgenannten Beschränkungen in der Öffentlichkeit zu präsentieren.

 

Unzweifelhaft als zulässig zu bewerten sind jedoch Zeitungs-, Zeitschriften- und Telefon-/Branchenbuchannoncen – sowohl in gedruckter, als auch in digitaler Form. Sofern Sie lediglich die unter Punkt 1 genannten Angaben machen, sollten ebenfalls Plakate, Aufdrucke auf Trikots, Bus-, Straßenbahn- und Bandenwerbung zulässig sein. Eine Gewissheit, dass Sie durch eine weitreichende Werbemaßnahme nicht in den Fokus der Kammer oder besorgter Kollegen geraten, besteht jedoch nicht – allerdings steht die Rechtsprechung einer maßvollen Liberalisierung der ärztlichen Werbung nicht entgegen.

 

4. Das Zusammenspiel von Inhalt, Zeitpunkt und Werbemedium
Sie müssen beachten, dass stets eine Gesamtschau von Inhalt, Zeitpunkt, Werbemedium und Gestaltung vorgenommen werden muss, um zu beurteilen, ob eine Werbemaßnahme tatsächlich zulässig ist. So ist beispielsweise davon auszugehen, dass eine Annonce eines Chirurgen oder eines Zahnarztes in der Mitgliederzeitschrift des für körperliche Gewalt bekannten Rockerclubs Hells Angels von der Kammer beanstandet wird, obwohl die identische Anzeige in einer gewöhnlichen Zeitung unzweifelhaft zulässig ist.

 

5. Heilmittelwerberecht
Durch das Heilmittwerbegesetz (HWG) werden Vorgaben hinsichtlich der Werbung für Arzneimittel, Medizinprodukte, sonstige Heilmittel und Heilverfahren gemacht. Das HWG schränkt somit zusätzlich zu Berufs- und Wettbewerbsrecht die Werbemöglichkeiten von Ärzten ein. Da sich das HWG primär an die Hersteller der Arzneimitteln und Medizinprodukten richtet, möchte ich hier nur kurz einige grundlegende Vorgaben vorstellen:

 

Unter anderem dürfen keine irreführenden Angaben über konkrete Verfahren und Behandlungen zur Erkennung, Behandlung, Beseitigung und Linderung von Krankheiten gemacht werden. So ist es verboten, einzelnen Behandlungsmaßnahmen Wirkungen oder therapeutische Wirksamkeiten zuzuschreiben, die tatsächlich nicht eindeutig wissenschaftlich nachgewiesen sind. Studien dürfen nur dann zitiert werden, wenn diese einen Bezug zu der konkreten Behandlung haben.

 

Die Werbung für gewerbliche Produkte oder Dienstleistungen, also die Werbung, die über eine konkrete Behandlungsmethode hinausgeht und sich explizit auf ein bestimmtes Präparat oder einen bestimmten Hersteller bezieht, ist dem Arzt schon nach der Berufsordnung untersagt.

 

Das früher in § 11 Abs. 1 Nr. 4 HWG enthaltene Verbot, dass der Arzt nicht im Kittel in der Praxis abgelichtet und das Foto sodann veröffentlicht werden durfte, existiert nicht mehr. Dennoch ist dieses nicht mehr existierende Verbot immer noch in den Köpfen vieler Ärzte verankert. Inzwischen verzichten Ärzte jedoch häufig auf Fotografien im Arztkittel, da dieser schlicht als nicht mehr modern gilt – (Polo)Hemd oder Bluse und Chinohose trägt der modebewusste Arzt von heute!

 

Entgegen den Liberalisierungstendenzen im Berufs- und Wettbewerbsrecht bleibt die Rechtsprechung bei möglichen Verstößen gegen das HWG streng, so dass diesbezüglich eine besondere Vorsicht geboten ist; dies gilt nicht zuletzt aufgrund der teils erheblichen Geld- und sogar Freiheitsstrafen.

 

6. Keine Umgehungsmöglichkeit
Wer jetzt auf die Idee kommt: Wenn ich als Arzt nicht selbst diese Art von Werbung einsetzen darf, könnte mich doch mein nichtärztlicher Ehepartner oder mein guter Freund vollkommen frei von den Beschränkungen des Berufs- und Wettbewerbsrechts in der Öffentlichkeit präsentieren. Dies ist leider ebenfalls nicht zulässig, da Sie es als Arzt oder Zahnarzt nicht dulden dürfen, dass berufsrechtswidrige Werbung über Sie verbreitet wird.

 

Konkret wird diese Stolperfalle vor allem für in Praxen oder Kliniken angestellte Ärzte, deren Arbeitgeber in unzulässiger Weise Öffentlichkeitsarbeit betreibt; unter Umständen wird es dann sogar erforderlich, dass der angestellte Arzt gerichtlich gegen seinen Arbeitgeber vorgehen muss, um sich selbst berufs- und wettbewerbsrechtlich nicht angreifbar zu machen – dies gilt natürlich nur dann, wenn die rechtlich angreifbare Werbemaßnahme nicht in gegenseitigem Einvernehmen eingestellt wird.

 

Wie Sie sehen, existieren im (zahn)ärztlichen Werberecht aufgrund unterschiedlicher gesetzlicher Vorgaben, der verschiedenen Kammerbezirke und der sich entwickelnden Rechtsprechung zahlreiche Stolperfallen, die durch eine fundierte rechtliche Beratung jedoch mit hinreichender Sicherheit umschifft werden können.

 

Arndt Wienand, LL.M. Rechtsanwalt, Fachanwalt für Medizinrecht
Rechtsanwaltskanzlei Buchmüller-Reiss, Köln

 


Steuerreduktion durch Teilrenten –
Vorausschauende Planung ist sinnvoll

 

Versorgungswerke schaffen die Möglichkeit Rente und Beruf zu verbinden
Es ist in der aktuellen Entwicklung der Rentensituation für viele Mediziner sicherlich sinnvoll, sich Gedanken über den Aufbau und die Struktur der Altersvorsorge zu machen. Mediziner, die bereits auf die Rente zugehen und bei denen die Entscheidung in den nächsten bis zu zehn Jahren ansteht, können durch die rechtlichen Veränderungen bei machen Versorgungswerken bereits heute steuerlich vorteilhafte Wahlrechte ausüben. Ein Grund hierfür ist das Alterseinkünftegesetzt aus dem Jahr 2005. Seit dieser Zeit wird die Besteuerung der Renten jedes Jahr angehoben. Man spricht hier von der nachgelagerten Besteuerung.

 

Reflektion der Änderungen 2005
Seit dem Jahr 2005 wird die Rentenbesteuerung jedes Jahr angehoben. Kommend von 50 % liegt der Wert im Jahr 2018 bei 76 %. Im Jahr 2040 werden die Leibrenten zu 100 % der Steuer unterworfen. Im Rahmen der gesetzlichen Anpassung der Versteuerung wurde jedoch auch die Möglichkeit geschaffen, die Beiträge in die sogenannte Basisvorsorge in einer anderen Weise als zuvor, steuerlich geltend zu machen.

 

Zur Basisvorsorge zählen zum einem die „Rürup-Renten“ und vor allem die Versorgungswerke. Die Beiträge in die Vorsorgewerke und den Rürupverträgen wirken sich derzeit mit 86 % steuermindernd im Rahmen der Ermittlung der Einkommensteuer aus. Jedoch sind die abzugsfähigen Beträge auf 23.712 € für Ledige und 47.428 € für zusammenveranlagte Steuerpflichtige begrenzt. Damit wäre der steuerlich mindernde Anteil 20.292 € bzw. 40.584 €. Hierauf wiederum der jeweilige Steuersatz.

 

Diese Beträge scheinen per se groß zu sein. Jedoch gilt zu beachten, dass gerade aktuell der Höchstsatz beim Versorgungswerk Baden-Württemberg bei 22.800 € liegt. Dies ist das 1,7-fache der Durchschnittsabgabe von derzeit 1.118 €. Beim Versorgungswerk Bayern kann der maximal steuerlich nutzbare Betrag von 23.712 € für Ledige auch überschritten werden. Damit kann es vorkommen, dass zusätzlich abgeschlossene Verträge zur Basisvorsorge (Rürup-Renten-Verträge) sich steuerlich überhaupt nicht auswirken. Hier ist unser Rat, dass Sie jedes Jahr mit Ihrem Steuerberater und Ihrem Finanzdienstleister die Beitragszahlungen gegenprüfen, damit Sie nicht Beiträge ohne einen steuerlichen Effekt davon zu bekommen, zahlen. Insbesondere bei dynamisierten Verträgen ist Vorsicht und eine besondere Achtsamkeit geboten.

 

Persönliche Situation
Anhand der Entwicklung und Umstellung des Systems sind mehrere Sachverhalte zu beachten. Folgenden Fragen müssen jedes Jahr gegengeprüft
werden:
– Wie hoch sind meine Pflichtbeiträge in das Versorgungswerk?
– In welcher Höhe leiste ich noch weiter Beiträge in andere Versicherungsverträge?
– Welche Rente würde ich nach aktuellem Stand heute und zum frühesten Renteneintritt erhalten?

 

Neben den wirtschaftlichen Parametern sind auch die persönlichen mit einzubeziehen:
– Wie hoch ist statistisch meine Lebenserwartung?
– Wie ist mein aktueller Gesundheitszustand?
– Wie sieht meine familiäre Situation aus?

 

Auch diese teils ungewöhnlichen Fragen sind von Ihnen für sich zu beantworten, da diese auf die Rentenhöhe und den Renteneintritt Auswirkungen haben.

 

Aktuelle Probleme und Fragen unserer Mandanten
Die Rente aus den Versorgungwerken alleine reicht oft nicht zum Bestreiten des Lebensunterhalts nach Beendigung der aktiven Arbeitszeit. Durch die nachgelagerte Besteuerung bleibt von der Rente zudem jedes Jahr noch weniger zum Bestreiten des Lebensunterhalts.

 

Ein Beispiel:
Ein lediger Arzt, der vor 2005 zum Zeitpunkt des regulären Regelalters in Rente gegangen ist und eine monatliche Rente von 4.000 € erhalten hat, hat auf diese keine Steuern zahlen müssen, da der Ertragsanteil aus der Rente unterhalb des Grundfreibetrags gelegen wäre. Ab dem Jahr 2040 unterliegt die Besteuerung bei 100 %. Damit wird nach dem derzeitig gültigen Steuertarif eine Steuer von über 9.000 € /Jahr fällig. Somit verbleibt dem Arzt nur noch ein Anteil in Höhe von ca. 3.250 € seiner Rente. Die nachgelagerte Besteuerung und der damit einhergehende Steuerabzug ist der eine Teil, der die zur Verfügung stehenden Geldbeträge senkt. Viele unserer Mandanten sind zudem in privaten Krankenkassen versichert. Auch hier steigen die Beiträge unaufhörlich und sind für einige sich nun in Rente befindlichen Kollegen zu einer zu hohen Belastung geworden.

 

Der Besteuerung entgegenwirken
Aufgrund dieser Gesamtsituation machen sich viele Ärzte Gedanken über den optimalen zeitlichen Ausstieg bzw. Übergang von der aktiven Zeit in den Ruhestand. Eine längere aktive Zeit im Berufsleben ist für viele jedoch eine Option. Je länger Sie jedoch mit dem Rentenbezug warten, je höher wird auch der steuerpflichtige Anteil. Daher stellt sich die Frage, wann ein sinnvoller Rentenbeginn wäre.

 

Hierfür gilt zu verstehen, wie sich die Renten gerade bei den Versorgungswerken ermitteln. Diese erfolgt auf Grundlage versicherungsmathematische Grundsätze. Zur Kalkulation der Rentengrößen wird neben dem Alter und dem damit verbundenen statistischen Wert der durchschnittlichen Lebenserwartung auch das Geschlecht mit berücksichtigt. Ein aktuell 60 jähriger Mann würde noch 21,6 Jahre, eine gleichaltrige Frau noch 25,3 Jahre leben. Die Werte waren vor 20 Jahren noch bei 19,2 bzw. 23,5 Jahren gelegen.

 

Hierin erkennt man bereits ein Problem der aktuellen Rentenberechnungen. Im Schnitt werden wir älter. Damit sinkt der Rentenanspruch pro eingezahlten Euro. Entgegenwirken kann man durch längere Nicht-Inanspruchnahme und längeres Einzahlen.

 

Manche Versorgungswerke bieten nun die Möglichkeit einer Teilrente.
Beim Baden-Württemberger Versorgungswerk kann Altersruhegeld zwischen der vorgezogenen Altersgrenze und der Altershöchstgrenze als Teilrente zwischen 30 %, 50 % und 70 % bezogen werden. Wenn Teilrente beantragt wird, dann muss weiter in das Versorgungswerk eingezahlt werden. Die Rentenanwartschaft steigt ebenso weiterhin. Zudem besteht die Möglichkeit auf ein hinausgeschobenes Altersruhegeld. Die Grenze bewegt sich gerade in Richtung 72 Jahre. Aktuell erhöht sich für die Versorgungsanstalt Baden-Württemberg die Jahresleistungszahl um 0,45 % für jeden vollen Kalendermonat ab der Altersgrenze. Damit lässt sich die Rente entsprechend aufbessern.

 

Was bedeutet das nun im Einzelfall?
Durch das Nutzen eines Teilruhegeld von beispielsweise 30 % lässt sich der zum Zeitpunkt der Beantragung geltende Besteuerungsanteil fixieren. Dieser wird auch auf die spätere Rente bei Vollbezug angewandt. Dies wurde aktuell durch eine Verfügung der Finanzverwaltung bestätigt. Die Besteuerung der Rente wird damit gesenkt. Wenn man zudem während der aktiven Zeit sich so weit absichert, dass man den Rentenbezug aus dem Versorgungswerk über die normale Altersgrenze hinaus eine gewisse Zeit nicht benötigt, kann zum einen die Rente gesteigert werden und der steuerliche Effekt wird damit noch erhöht.

 

Ein Berechnungsbeispiel:
Ein Arzt hat Rentenansprüche in Höhe von 60.000 € erwirtschaftet. Vergleichen wollen wir den Renteneinstieg 2018 mit einem Renteneinstieg 2023.

 

Rentenbeginn 2023: Steuerpflichtiger Anteil: 49.800 €, Steuerbelastung: 13.030 €
Rentenbeginn 2018: Steuerpflichtiger Anteil: 45.600 €, Steuerbelastung: 11.310 €
Differenz: 1.720 €

 

Wenn man das nun auf das Teilruhegeld überträgt, würde es vereinfacht bedeuten, dass man jedes Jahr ab 2023 1.720 € an Steuern auf die Rentenbezüge sparen würde. Dies wohlgemerkt neben dem Effekt der gestiegenen Renteneinkünfte.

 

Fazit: Das Vorziehen des Rentenbeginns und das Hinausschieben des regulären Rentenbezugs kann sich in Summe positiv auf die Besteuerung der Bezüge und die Höhe der verbleibenden Liquidität auswirken. Durch die Möglichkeit der Teilrente verstärkt sich dieser Effekt. Da jedoch in vielen Fällen neben der Rente des Versorgungswerks andere Einkünfte und Bezüge vorhanden sind, wird die Berechnung und damit die Entscheidung durch diese ebenfalls beeinflusst. Bei richtiger Planung kann jedoch über mehrere Jahre hinweg ein steuerlicher und wirtschaftlicher Vorteil von mehreren tausend Euro entstehen.

 

Mike Gottstein, Steuerberater
Fachberater für Gesundheitswesen (IBG GmbH/HS Bremerhaven)

 


Neues von unserer Online-Software

 

Sollte eine Ankaufsanfrage nicht direkt von uns beauskunftet werden, erhalten Sie kurze Zeit später eine „Ankaufsanfrageliste“ über den Menüpunkt „Aktuelles“. Damit Sie hier nicht den Überblick verlieren, können Sie Listen, welche Sie zur Kenntnis genommen haben, auch archivieren. Im entsprechenden Archiv können Sie die Listen auch nach Zeitraum filtern (aktuelle Woche, letzten vier Wochen oder gesamt).

 

Noch Fragen? Sie erreichen unser Team für Fragen zur Software auch direkt unter: 07732 – 94 05 130.

 


3. Lions-Benefiz-Golfturnier im Golf-Club Konstanz e. V. auf Hofgut Kargegg

 

Die PVS Reiss GmbH ist seit erster Stunde Unterstützer und Sponsor des sehr erfolgreichen Golf-Turniers des Hilfswerks des Lions-Clubs Konstanz „Zur Katz“ e.V.. Dieses alle zwei Jahre stattfindende Turnier hat im Jahr 2016 stolze 10.000 Euro eingespielt. Der Erlös kam den kleinen Patienten in der Kinderklinik Konstanz zu Gute. Mit dem diesjährigen Erlös möchte der Lions Club das Pestalozzi Kinder- und Jugenddorf Wahlwies e.V. unterstützen. Wenn auch Sie gerne beim nächsten Mal mitspielen möchten, sprechen Sie uns an, wir freuen uns schon auf einen sonnigen Sommertag, ein schönes Golfspiel und nette Gespräche mit Ihnen. Infos unter: http://www.lions-golf-konstanz.de/

 


Tag der offenen Tür

 

Am 20.10.2018 ab 11:00 Uhr findet in den neuen Räumen in der Strandbadstr. 8 unser Tag der offenen Tür statt. Wir laden Kunden, Kooperationspartner, Freunde und Interessierte ein, gemeinsam mit uns einen wunderbaren Bau und einen gelungenen Neustart in Radolfzell zu feiern!

 


Erweiterte Geschäftsführung: Die PVS Reiss GmbH stärkt ihr Management

 

Mit Wirkung zum 01.04.2018 wurde die Geschäftsführung erweitert: Julia Galekh, die Teamleiterin für das Rechnungswesen und Tassilo Richter, Teamleiter für den Vertrieb Deutschland, werden zukünftig vermehrt verantwortungsvolle Aufgaben innerhalb der Geschäftsführung übernehmen und können somit die zwei Geschäftsführer Manfred und Michael Reiss entlasten. Die beiden „Neueinsteiger“ in die Führungsebene wurden herzlich aufgenommen und man freut sich auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

 


10 Jahre bei der pvs Reiss: Mund-, Kiefer- & Gesichtschirurgie de Lede in Solingen

 

Thomas de Lede, Facharzt für Mund- Kiefer- und Gesichtschirurgie aus Solingen, ist seit 10 Jahren bei uns Kunde. Die Anforderungen an sich und seine Praxis sind sehr hoch gesetzt. Mit dem Bestreben, die Grenzen der Behandlungsmöglichkeiten ständig neu zu definieren, ist er in der interdisziplinären Zahnheilkunde, insbesondere in der Implantologie, wegweisend und setzt innovative Maßstäbe. Die Maximen sind: Professionalität, Qualität, Verantwortung, Ästhetik und Fortschritt. Mit Hilfe dieser Praxisphilosophie versteht er die Bedürfnisse der Patienten und nimmt vor allem Ihre Ängste ernst. Zufriedenheit und Wohlbefinden sind Voraussetzung und Garant für den Erfolg seiner Praxis.

 

Wir gratulieren und freuen uns auf weitere erfolgreiche, gemeinsame Jahre!

 


Aktuelle Beilage

 

Einer Teilauflage des up date (Dentalkunden) liegt unsere Broschüre zum GOZ-BEMA Vergleich bei. In dieser Publikation wird an Beispielen deutlich, wie viel höher Sie den Faktor bei Ihren Privatpatienten steigern müssten, um auf das gleiche Ergebnis zu kommen, das Sie bei einem Kassenpatienten erhalten.

 

Im Zusammenhang mit der Faktorsteigerung über 3,5 ist das korrekte Formular zur abweichenden Vereinbarung von Bedeutung. Dieses und andere relevanten Formulare können wir Ihnen gerne auch als Kopiervorlage zur Verfügung stellen. Beide Publikationen können Sie hier herunterladen.

 

PDF-DownloadDownload Anlage “Gegenüberstellung der GOZ und BEMA-Werte”

 


PDF-DownloadDownload Magazin up date
PDF-DownloadDownload Anlage “Gegenüberstellung der GOZ und BEMA-Werte


Redaktionsadresse: Newsletter@pvs-mefa.de
Wir freuen uns über Anregungen, Ideen, Meinungen und Themenvorschläge. Herausgeber und Redaktion sind um die Genauigkeit der dargestellten Informationen bemüht, dennoch können wir für Fehler, Auslassungen oder hier ausgedrückte Meinungen nicht haften. Alle Angaben sind ohne Gewähr!

 

Fotos: Shutterstock: Wavebreakmedia, Ae Cherayut, totojang1977; U. Sommer; pixelio/Henning Hraban Ramm; bora HotSpaResort; pvs Reiss; Deike Verlag/Sieling; Lions-Club Konstanz „Zur Katz“ e.V.; N. Ernst.

 

Autoren, sofern nicht ausführlich benannt: sbay Saskia Bayer, db Daniel Bolte, svg Sabine von Goedecke, sm Sabine Müller, ms Marijana Senger, aw Arndt Wienand, gw Gerda-Marie Wittschier.

 

Konzept und Gestaltung: www.creapart.de

 

zurück zur Übersicht

Lernen Sie unser breites Dienstleistungs-Portfolio kennen.

Mehr hier

Sie haben Fragen?

Mich interessiert folgender Bereich:

Dental / GOZ
niedergelassene Ärzte / GOÄ
Kliniken und Chefärzte
Heilpraktiker
Pflegeeinrichtungen / SGB
Patienten
 

Ich möchte ein Angebot der PVS Reiss GmbH über mehr als nur Factoring.

Das Angebot der PVS Reiss GmbH interessiert mich und ich möchte mich gerne persönlich beraten lassen.

Bitte rufen Sie mich an, um einen Gesprächstermin zu vereinbaren.

Bitte senden Sie mir weitere Informationen über die PVS Reiss GmbH.
Ich habe ein anderes Anliegen.

Bitte beweisen Sie ein Mensch zu sein und wählen Sie das Flugzeug aus.
Ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen. Ich stimme zu, dass meine Angaben zur Kontaktaufnahme und für Rückfragen dauerhaft gespeichert werden.
Hinweis: Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per Mail an anfrage@pvs-reiss.de widerrufen.